Österreichische Fondsmanager halten sich im internationalen Umfeld gut.
Wien (red.). Schwellenländer-Anleihenfonds und offene Immobilienfonds haben Aktienprodukte auf Sicht der vergangenen fünf Jahre geschlagen. Das zeigt eine unter rund 4800 Fonds erstellte Analyse von E-Fundresearch.
Unter den in Österreich, Deutschland und der Schweiz zugelassenen 30 Investmentfonds, die die beste risikoadjustierte Rendite abwarfen, fanden sich 14 Anleihenfonds, zehn Aktienfonds, vier offene Immobilienfonds und zwei Mischfonds. Gemessen wurde die Performance im Verhältnis zum Risiko mittels der Sharpe Ratio (siehe Kasten). Diese misst den Nettoertrag in Relation zur Volatilität. Das bedeutet: Je mehr Risiko ein Fondsmanager eingeht, desto mehr Nettoertrag sollte er auch generieren.
Als Zeitraum für die Erhebung wurden die letzten fünf Jahre (Stichtag 8. Februar 2006) gewählt. Der beste Fonds, der Thames River High Income, schaffte es auf eine annualisierte Sharpe Ratio von 2,9. Dabei handelt es sich um einen globalen Schwellenländer-Anleihenfonds, der von Michael Mabutt verwaltet wird. Den letzten Platz belegte der Invesco Euro Reserve mit einer Sharpe Ratio von minus 5,89. Eine negative Sharpe Ratio ist allerdings laut E-Fundresearch nicht mehr aussagekräftig. Untersucht worden waren alle 4731 Investmentfonds, die in Österreich, Deutschland und der Schweiz in den vergangenen fünf Jahren zum Vertrieb zugelassen waren. Insgesamt hatten nur 1560 dieser Fonds eine positive Sharpe Ratio.
Unter den Top-30 finden sich immerhin zwölf österreichische Fonds. Das führen die Experten von E-Fundresearch darauf zurück, dass inländische Fondsgesellschaften tendenziell über ausgezeichnete Expertise im Rentenbereich verfügten.
Im Aktienbereich wiesen Fonds mit Anlageschwerpunkt Österreich die beste Sharpe Ratio auf. Bester seiner Kategorie war der Capital Invest Austria Stock, der mit einer Sharpe Ratio von 2,12 insgesamt Platz fünf erreichte. Der von Friedrich Erhart verwaltete Fonds ist zugleich der beste Aktienfonds im Zeitraum 2001 bis 2006.
Weitere Top-Österreich-Fonds sind der Meinl Equity Austria (Sharpe Ratio 1,7 und Platz 19), der Vienna Stock (Sharpe Ratio 1,6 und Platz 20) und der EMIF Austria Index Plus (Sharpe Ratio 1,58 und Platz 24).
An insgesamt zweiter Stelle hinter dem Thames River High Income lag der Credit Suisse Euroreal mit einer risikoadjustierten Rendite von 2,27. Dabei handelt es sich um einen offenen Immobilienfonds, der in Frankfurt verwaltet wird und vor allem in Gewerbeimmobilien in Deutschland, Frankreich und Großbritannien investiert. Mit einer jährlichen Rendite von 4,5 Prozent und einer Standardabweichung von nur 0,7 Prozent schlägt der Euroreal alle anderen offenen Immobilienfonds wie SEB Immoinvest (der mit einer Sharpe Ratio von 2,1 Platz sechs erreichte) und WestInvest InterSelect (der mit einem Wert von 1,7 auf Platz 14 landete).
Weit vorne im Risiko-Ertrags-Check finden sich allerdings auch traditionelle Euro-Anleihen-Fonds. Dabei liegen gleich drei von ein- und demselben Fondsmanager verwaltete Fonds auf Top-Plätzen: Der Sparda Rent auf Platz neun wird ebenso vom Tiroler Michel Manigand verwaltet wie der Tirol Rent auf Platz elf und der Tirolpension auf Platz 13.