Die Versicherungstochter der Credit Suisse geht für knapp acht Mrd. Euro an französische Assekuranz.
Zürich (red/ag). Die Schweizer Großbank Credit Suisse verkauft ihre Versicherungstochter Winterthur an die französische AXA. Der zweitgrößte Versicherungskonzern Europas zahlt für die Übernahme, den größten Deal in der europäischen Versicherungsbranche seit 2000, 12,3 Mrd. Franken (7,93 Mrd. Euro) in bar.
Die AXA hofft, durch den Kauf ihre führende Position auf dem europäischen Markt zu festigen und die Präsenz insbesondere in Osteuropa und in Asien auszubauen, so AXA-Konzernchef Henri de Castries. Die rund 19.000 Beschäftigten müssen zittern: ob die Übernahme Auswirkungen auf den Beschäftigtenstand hat, dazu wurden zunächst keine Angaben gemacht.
Der Credit Suisse, die sich mit dem Verkauf endgültig von ihrer alten Allfinanz-Strategie verabschiedet, bringt die Transaktion einen saftigen Gewinn. Ende März stand die Winterthur mit 9,4 Mrd. Franken in den Büchern, um 2,9 Mrd. Franken unter dem vereinbarten Kaufpreis.
Die AXA will den Deal über eine Kapitalerhöhung in Höhe von 4,1 Mrd. Euro finanzieren, der Rest des Kaufpreises soll über Anleihen aufgebracht werden. Winterthur bringt 153 Mrd. Franken an verwalteten Vermögen in die Gruppe ein. Damit steigt AXA zu den fünf Größten der Branche auf. Noch nicht klar ist, was mit der Marke Winterthur geschieht. Laut AXA-Sprecherin Clara Rodrigo fährt der Konzern eine Ein-Marken-Strategie.
Walter Kielholz, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse-Gruppe, erklärte, der Erlös aus dem Winterthur-Verkauf soll in die Weiterentwicklung des Bankgeschäfts fließen, große Übernahmen seien aber nicht geplant. Die Trennung von der Winterthur war seit längerem vorbereitet worden. Zunächst war ein Börsengang überlegt worden, der Erlös wäre dabei aber vermutlich geringer gewesen als bei dem Verkauf an die Franzosen.
Die Winterthur-Versicherung, deren Österreich-Tochter schon vor Jahren von Zürich-Kosmos übernommen worden war, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. 1997 war sie von Credit Suisse für rund 14 Mrd. Franken übernommen worden. Sie war damals wegen eines befürchteten Übernahmeversuchs des Financiers Martin Ebner in die Arme der Großbank geflüchtet.