BA-CA: "Kein Nationalitätenkonflikt"

Italiener in den Aufsichtsrat eingezogen, neues Vorstandsmitglied.

Wien (red/APA). UniCredit-Vorstandschef Alessandro Profumo ist am Mittwoch in den Aufsichtsrat der BA-CA eingezogen. Von "Nationalitätenkonflikten" hält er offenbar nicht: Er stehe an der Spitze einer "europäischen" Bankengruppe, "nicht einer italienischen, nicht einer deutschen und nicht einer österreichischen." Mit Gesellschaften in 19 Ländern sei man ein echter "europäischer" Konzern.

Derzeit kämpft der UniCredit-Chef allerdings noch mit nationalen Querschüssen. In Polen ist keine Lösung des Konflikts über die geplante Fusion der Töchter von UniCredit und BA-CA in Sicht. Die polnische Regierung hat schon vor längerer Zeit die UniCredit aufgefordert, alle UniCredit-Anteile an der polnischen BPH-Bank innerhalb eines Monats zu verkaufen. In Polen fürchtet man bei einer Fusionierung der BA-CA-Tochter BPH mit der UniCredit-Tochter Pekao den Verlust tausender Arbeitsplätze.

Bei der Sonder-Hauptversammlung der BA-CA, bei der Profumo und weitere UniCredit-Vertreter am Mittwoch in den Aufsichtsrat gewählt wurden, während die HVBler ihre Plätze räumten, sprach Profumo der BA-CA eine Schlüsselrolle in Österreich und in Zentral- und Osteuropa zu. Man werde mit der BA-CA die Präsenz auch dort verstärken, wo man heute noch nicht vertreten sei. Ob diese "Schlüsselrolle" der BA-CA in Osteuropa gesichert bzw. diese Osteuropa-Kompetenz ungeteilt bleibt, wollte Profumo nicht sagen. Wie berichtet, soll es bis Mitte März zwischen Mailand und Wien eine Einigung über die künftige Position der BA-CA im UniCredit-Konzern geben.

Zum neuen Aufsichtsratspräsidenten der BA-CA wurde am Mittwoch Carlo Salvatori gewählt. Der bisherige UniCredit-Präsident gilt als einer der italienischen Top-Manager mit dem besten Gespür für Auslandsgeschäfte. Salvatori hat auch Österreich-Erfahrung: Zwischen Mai 1999 und bis Ende 2000 saß er bereits im Aufsichtsrat der Bank Austria und zwar als Vertreter der italienischen Großbank Cariplo, die damals mit mehr als drei Prozent an der größten Bank Österreich beteiligt war. Er spricht deshalb auch ein wenig Deutsch und übt nach eigenen Worten fleißig, um seine Kenntnisse zu verbessern.

Eine weitere personelle Weichenstellung gab es im BA-CA-Vorstand: Dort zieht der bisherige IT-Ressortleiter Robert Zadrazil ein. Nach dem Abgang von Vize-Chef Wolfgang Haller hatte BA-CA-Chef Erich Hampel die IT-Agenden interimistisch geleitet.


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