Börsengang: Strabag ab 2007 an Wiener Börse

Haselsteiner und Raiffeisen ziehen sich auf eine Minderheit zurück.

WIEN (ku). Der Baukonzern Strabag will ab 2007 zurück an die Wiener Börse. Konzernchef Hans Peter Haselsteiner bestätigte bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der "Presse". Dabei werden sich die beiden jetzigen Eigentümer - Haselsteiner und Raiffeisen halten je die Hälfte - auf zusammen maximal 40 Prozent zurückziehen. "Das gehört zu einem modernen Börsenstandard: Investoren wollen keinen Mehrheitseigentümer, aber einen Kernaktionär", so Haselsteiner.

Über die Details zur Rückkehr der Strabag an die Börse - die Bauholding hatte sich 2003 nach der Übernahme der deutschen Strabag zurückgezogen - gebe es noch keine Entscheidungen. Diese sollen im Herbst 2006 fallen. Fix sei nur, dass die Notierung sicher nicht mehr heuer erfolge. Haselsteiner nannte mehrere Optionen. Man könne den Streubesitz in Deutschland belassen und unabhängig davon an die Wiener Börse gehen. Denkbar sei auch eine Doppelnotiz in Wien und in Frankfurt. Sein Traum sei die Verschmelzung der österreichischen und deutschen Strabag und die Notierung an nur einer Börse. Das sei aber aus gesetzlichen Gründen derzeit nicht möglich.

Offen sei zudem, ob man den Börsegang in einem oder in zwei Schritten durchziehen werde. "In einem Schritt wäre es ein sehr hohes Volumen", so der Baumanager. An Spekulationen über den Wert der Strabag will sich Haselsteiner nicht beteiligen. In Medien wurde zuletzt in Anlehnung an deutsche Baufirmen ähnlicher Größe mit einem Wert von drei bis 3,5 Mrd. Euro gerechnet. Der 60-Prozent-Anteil, den Haselsteiner und Raiffeisen abgeben werde, hätte damit ein Volumen von gut 1,5 Mrd. Euro.

Der Erlös aus dem IPO sollen mehreren Zwecken dienen. Zum einen solle die Eigenkapitalquote, die nach den Übernahmen von Dywidag, Züblin sowie Heilit + Woerner auf 18 Prozent gesunken war, auf zumindest 25 Prozent gesteigert werden. Schulden sollen zurückgezahlt und die weitere Expansion ermöglicht werden. "Wir wollen die Welt niederreißen und haben nie genug Geld dafür", sagt Haselsteiner schmunzelnd. Große Akquisitionen sieht er in nächster Zeit keine. Wenn, dann werde man sich in Italien engagieren.

Im Vorjahr ist die Strabag organisch um 17,6 Prozent auf sieben Mrd. Euro gewachsen. Rechnet man die Zukäufe in Deutschland dazu stieg der Umsatz um 56,2 Prozent auf 9,32 Mrd. Euro. Das Vorsteuerergebnis (Ebit) wuchs um 64,2 Prozent auf 156 Mill. Euro. Zwei Drittel des Ergebnisses wurden außerhalb Österreichs und Deutschlands erwirtschaftet - vor allem in Osteuropa. Das Unternehmen will mit 44.513 Mitarbeitern heuer rund zehn Mrd. Euro umsetzen, das Ergebnis soll um zumindest um zehn Prozent steigen. Hoffnung gebe vor allem der deutsche Baumarkt. Dort sei der Jobabbau mit dem Stand von 14.700 Mitarbeitern praktisch abgeschlossen. In Österreich hat die Strabag 9.700 Beschäftigte.

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