anlage. Milliarden fließen in Rohstoffinvestments.
london (Bloomberg). Die Rohstoffpreise werden voraussichtlich über ihrem historischen Durchschnitt bleiben, weil Investmentfonds zunehmend Anlegergelder in Terminkontrakte stecken, erklärt John Normand von JP Morgan Chase & Co. Nicht die Nachfrage aus boomenden Wirtschaften wie China oder Indien treibt also die Preise hoch, sondern die "Entdeckung" der Rohstoffmärkte durch Rendite suchende Investoren.
"Boom-Bust-Zyklen am Rohstoffmarkt sind nicht tot, wohl aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Preise auf ein mittleres Niveau zurückkehren", sagte der Devisen- und Rentenstratege anlässlich des Commodity Investment Summit diese Woche in London.
Der Rohstoffboom hält bereits das fünften Jahr an. Die Preise von Rohöl, Kupfer, und Zink sind 2006 auf Rekordwerte geklettert.
Institutionelle Anleger, darunter Hedge Fonds, Banken, Pensionsfonds und Stiftungen haben mit ihren Investments von weltweit zwischen 90 Mrd. Dollar und 130 Mrd. Dollar die Rohstoffmärkte mehr bewegt und einen nachhaltigeren Einfluss als die Nachfrage nach den zu Grunde liegenden Rohstoffen aus Boom-Ländern.
Von den weltweit sieben Bill. Dollar Kapitalanlagen, die in Pensionsfonds investiert sind, stecken mindestens 21 Mrd. Dollar in Rohstoffen. Fünf Mrd. Dollar der 170 Mrd. Dollar Stiftungskapital sind in Rohstoffe investiert, zeigen Zahlen von JP Morgan Chase.
Zwischen 1970 und 2000 hielten die Rallys an den Rohstoffmärkten rund drei Jahre lang an, dabei kletterten die Preise um bis zu 45 Prozent. Talfahrten an den Rohstoffmärkten dauerten ebenso lange und die Preise rutschen 42 Prozent. Die gegenwärtige Rally hält aber bereits 51 Monate an. In dieser Zeit haben sich Rohstoffe 171 Prozent verteuert.
"Nachfrageschocks hat es bei allen Rohstoffen gegeben, aber von Angebotsschocks waren nur Gold und Ölprodukte betroffen", so Normand.
Privatanleger haben seit Jahresbeginn rund 40 Mrd. Dollar in Rohstoff-Fonds gesteckt. Im Jahr 2003 betrug diese Summe erst eine Mrd. Dollar. Zum Vergleich: In Fonds, die in die Aktien von Bergbau- und Energiekonzernen investieren, flossen 10 Mrd. Dollar.
Von den 100 Mrd. Dollar, die von Makro-Hedge-Fonds betreut werden, stecken 10 Mrd. Dollar in Rohstofffonds. Bei Banken summieren sich die Rohstoffinvestments auf rund 15 Mrd. Dollar. Diese Mittelzuflüsse werden auch in den kommenden fünf Jahren anhalten, erwartete Normand.