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Job-Vergabe: Männerquote in der Schule

Vorschlag aus OÖ: Volksschullehrer bevorzugen.

Linz (abu). Die Wartezeit von bis zu vier Jahren soll für Pflichtschullehrer in Oberösterreich ein Ende haben - sofern man ein Mann ist. Mit dem brisanten Vorschlag, männliche Lehrkräfte bevorzugt einzustellen, will der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer auf den hohen weiblichen Anteil der Lehrkräfte an Pflichtschulen reagieren. An Volksschulen sind neun von zehn Lehrkräften weiblich. In Hauptschulen unterrichten immerhin knapp 30 % Männer.

Darf sich dann der Lehrer als Quotenmann fühlen? "Ja. Das ist so", so Enzenhofer zur "Presse". Er verstehe das jedoch nicht als Schimpfwort, auch nicht bei Frauen. Er glaubt auch nicht, dass sich die Lehrerinnen (vor allem die im Dienst stehenden) jetzt aufregen werden. "Die jungen Kolleginnen werden nicht so glücklich sein", gesteht Enzenhofer dann aber doch. Man könne die Idee auch in Etappen verwirklichen, etwa im Hauptschul-Bereich nicht generell, sondern nur für einen Jahrgang bevorzugt Männer einstellen.

Durch die "Männerquote" wird sich in den Schulen aber (noch) nicht viel ändern, sieht man sich die Wartelisten genauer an: Von 331 vorgemerkten Volksschullehrern sind nur 14 Männer (Hauptschule: 393 Frauen, 78 Männer, Sonderschule: 70 Frauen, zwei Männer). Es gehe darum, ein Signal zu setzen, verteidigt Enzenhofer seinen Vorschlag. Er sehe keine andere Möglichkeit, wie man mehr Männer zum Lehrberuf animieren könne.

Während FP-Bildungssprecherin und Landtagsabgeordnete Helga Moser die Idee kritisiert, spricht Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (VP) von einem "konstruktiven Vorschlag". Eine Hürde zur Umsetzung könnte noch die Objektivierungskommission sein, die über den Vorschlag am 10. Juli entscheidet. Verläuft alles nach Plan, wird bereits im Herbst kein männlicher Volksschullehrer mehr auf der Straße stehen müssen.

Mehr Konsequenzen für schlimme Schüler und nachlässige Eltern hat der Vorsitzende der OÖ-Pflichtschullehrer-Gewerkschaft Paul Kimberger gefordert. Wie von den OÖN berichtet, schlägt Kimberger vor, Eltern die Familienbeihilfe zu kürzen, wenn sie der Bitte der Schule nach einem Gespräch nicht Folge leisten. "Problem-Eltern" sollten außerdem zu Erziehungskursen verpflichtet werden.