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Face-Lifting im großen Stil

Mustergültig Umgebaut. Vom Pferdestall zum Villa-Ambiente. Und: ein häuslicher Neustart ins Leben.

Zeig mir, wie du wohnst, und ich sag dir, wer du bist! Selten, dass ein Gemeinplatz die Wahrheit so trifft wie im Falle des Hauses Schreiber in Feldkirch-Altenstadt. Und das in doppelter Hinsicht. Wo vor zehn Jahren ein konservatives Fertigteilhaus als Spiegelbild familiären Daseins herhalten musste, steht heute _ adaptiert an die veränderten Lebensumstände des Hausherren _ die futuristisch anmutende Silhouette einer Designervilla.
"Bauen sie mir das Haus so um, dass es in nichts mehr an früher erinnert", lautete die Vorgabe. Gefragt war die architektonische Entsprechung für einen Neustart ins Leben _ ein Auftrag, der vom Rankweiler Architekten Klaus Wanko in Form und Inhalt radikal umgesetzt wurde. "Wir haben zunächst das ausladende Satteldach zur Gänze abgetragen und die Fertigteilwände des Obergeschoßes entfernt", so Wanko über die wesentlichsten Ersthilfe-Maßnahmen. Danach wurden neue, vorgefertigte Wand- und Dachelemente auf das umgestaltete Erdgeschoß aufgesetzt. Markanter Schlusspunkt bei der Gestaltung des äußeren, nunmehr kubischen Erscheinungsbildes: die Verkleidung des neuen Baukörpers mit einer hinterlüfteten, geschraubten Cortensstahlfassade.

Zudem wurde die ursprünglich ins Hausvolumen integrierte Garage als niedriger Flügel freigestellt und um einen zusätzlichen Stellplatz verlängert. Die Überdachung spannt dabei nicht nur die Verbindung zum Wohngebäude, sondern dient zugleich als geschützter Sitzplatz im Freien. Dank abgetragener Zwischenwände und ohne Dachschrägen ist das Hausinnere nun weniger kleinteilig, mehr Raum wurde geschaffen.

Dem Wunsch des Auftraggebers nach kompromissloser Veränderung wurde Rechnung getragen. "Ein aufregendes Projekt und ein außergewöhnlicher Umbau, der durch die Substanzerhaltung von Garage und Erdgeschoß wesentlich kostengünstiger kam als ein Abriss samt Neubau", so Wankos Resümee.

Die Lust am neuen Glanz

"Ein Haus ist eben immer nur so gut, wie sein Auftraggeber mutig ist", meinen dazu Michaela und Andreas Dreer. Die Architekten (Büro Dreer2) mit Sitz in Kritzendorf, Niederösterreich, haben Erfahrungen mit Umbauten der besonderen Art gesammelt _ etwa bei der Revitalisierung eines Wirtschaftsgebäudes aus dem Jahre 1850 am Stadtrand von Wien. Die Aufgabenstellung: Der in den letzten Jahrzehnten nur noch als Lager genutzte Erdgeschoßbereich _ die Wohnräume befinden sich im Obergeschoß _ sollte in eine großzügige Ebene für Gäste und Feste verwandelt werden, mit dem Flair eines traditionell-klassischen Villa-Ambientes. Die Herausforderung ergab sich dabei in erster Linie aus Grundriss und Gebäudemaßen: rund 280 Quadratmeter, verteilt auf 40 Meter Länge und nur sieben Meter Breite, leicht erklärbar durch die vormalige Nutzung als Pferdestall. Ein Spagat zwischen denkmalpflegerischem Gedankengut und der Lust auf neuen Glanz, zwischen der Notwendigkeit, alte Substanz beizubehalten, und dem Anspruch, das Neue sichtbar zu machen.
Andreas Dreer: "Wir haben das Konzept des auf drei Seiten geschlossenen und sich nur zum südlichen Garten geöffneten Baukörpers erhalten, die Fensterfassaden aber erweitert und eine 110 Quadratmeter große Terrasse hinzugefügt, von der aus auch ein Schwimmbad zu erreichen ist." Im Inneren wurde der Weite der Flucht mit einer offenen Raumabfolge entsprochen. Ungestört reicht der Blick vom Wohnsalon über die Küche, die Technik- und Lagerräume bis hin zu Ess- und Gästezimmer. "Ein innen wie außen heiteres Anwesen, wo nicht Vergangenes beschworen, sondern kultivierte Zukunft inszeniert wird", so die Meinung von Architektur-Autor Holger Reiners, der den 2005 preisgekrönten Umbau in einem Buchtext würdigte.

www.austria-architects.com/klauswanko
, www.dreer2.at