Hans-Peter Martin über die Spendenaffäre rund um den liberalen Kandidaten.
Die Presse: 15 Mio. Euro sind von Strabag an die Firma von Alexander Zach geflossen. Glauben Sie, dass das für Beratungsleistungen war?
Hans-Peter Martin: Also bei allem Respekt vor den zwei jungen Menschen Alexander Zach und seinem Geschäftspartner Zoltan Aczel, beide Mitte 20. Mehr als 15,2 Millionen Euro einfach für Beratungsleistungen, so ein Honorar würde wohl niemand auf der Welt dafür ausgeben. Das ist unvorstellbar. Gerade Herr Zach, der ja ein politisches Amt anstrebt und bei den Liberalen doch für sich in Anspruch nimmt, für Transparenz zu stehen, ist dringendst aufgefordert, endlich offen zu legen, was mit den vielen Millionen in seinem Bereich tatsächlich gemacht wurde.
Alexander Zach sagt, er hat mit den ungarischen Geschäften der Firma gar nichts zu tun.
Martin: Da sagt Herr Zach nachweislich die Unwahrheit. Ich verfüge über ein Telefax, datiert mit 21. April 2005, in dem Zach persönlich die Rechnung für das Projekt M5 versendet.
Haben Sie selbst mit Herrn Zach Kontakt gehabt?
Martin: Ja, Herr Zach und Herr Aczel sind auf mich gerade in dieser fraglichen Zeit zugekommen, als es zu diesen Geschäften rund um die Autobahn M5 und die Provisionszahlungen kam. Zach und Aczel haben mir völlig überraschenderweise angeboten, eine allfällige Kandidatur bei der Europawahl 2004 nicht nur zu unterstützen, sondern auch zu finanzieren. Sie haben klargestellt, dass es an Geld sicherlich nicht fehlen werde. Mich erstaunte dies sehr und machte mich misstrauisch. Selbstverständlich habe ich ein solches Finanzierungsansinnen wie auch eine Zusammenarbeit mit den beiden Herren abgelehnt.
Glauben Sie, dass es zu weiterer Parteienfinanzierung gekommen ist?
Martin: Ich möchte Hans-Peter Haselsteiner, den ich seit vielen Jahren kenne, auffordern: Leg bitte offen, an wen Du - Du sagst ja jetzt, zum Aufbau der Demokratie - sonst noch gespendet hast. Und das nicht nur in Ungarn. Außerdem möchte ich ihn wirklich dringend auffordern, nicht nur sein ideelles Verhältnis zur österreichischen Sozialdemokratie, das er ja vor kurzem geoutet hat, offen zu legen, sondern auch zu veröffentlichen, wie seine finanziellen Verbindungen und die seiner Unternehmen zur SPÖ im Konkreten aussehen. Es darf doch nicht sein, dass Österreich zur Drehscheibe von höchst dubiosen Zahlungen wird, weil es weltweit kaum ein Land gibt, in dem Parteienfinanzierungen so intransparent sein dürfen.