Viele wetten auf Schlappe der Grünen, kein Gastinger-Effekt

Quoten. Österreicher tippen auf Wahlergebnis - und nicht nur das.

Wien. Alexander Van der Bellen ist mit seinen Sehnsüchten nicht allein. Auch Wettanbietern käme ein gutes Ergebnis seiner Partei gelegen. "Es wäre gut, wenn die Grünen nicht unter zehn Prozent fallen", sagt im Gespräch mit der "Presse" Thomas Liebl von wettstudio.at. Denn überraschend viele hätten darauf gewettet, dass die Grünen bei der Wahl unter der Zehn-Prozent-Grenze bleiben.

Das Interesse an Politik-Wetten ist heuer hoch, sagen die Wettanbieter unisono. So wurde etwa beim Wettstudio nicht nur auf den nächsten Kanzler getippt, sondern auch auf den Job von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer nach der Wahl.

Als Möglichkeiten angeboten werden etwa Professorin an der neuen Elite-Uni oder Vorsitzende der Paris Hilton Party Stiftung - wohl eine Anspielung auf Gehrers "Party statt Kinder"-Sager. Ebenfalls im Angebot: Eine künftige schwarz-grüne Regierung legalisiert Marihuana oder die SPÖ geht eine Koalition mit der FPÖ ein und wird darauf von der Sozialistischen Internationalen ausgeschlossen.

Doch die meisten Tipps werden auf die stimmenstärkste Partei abgegeben. ÖVP-Fans waren gut beraten, schon vor zwei Monaten auf ihre Partei zu wetten. Damals bekam man im Falle eines schwarzen Wahlsieges noch die Quote 1,7 (wer also 10 Euro einsetzt, bekommt 17 zurück), erzählt Mario Koreimann von Admiral-Wetten. Am Donnerstag gab es bei ihm nur mehr die Quote 1,10. Diese war aber auch schon noch niedriger.

SPÖ-Anhänger hätten am besten vor rund einer Woche gewettet. Damals bekam man bei Admiral die Quote 6,0. Inzwischen hält man einen Wahlsieg der Sozialdemokraten für etwas realistischer und gewährt nur mehr das Fünffache des Einsatzes.

Und wie setzten sich die Quoten zusammen? Zu Beginn lege man diese nach Meinungsumfragen fest, danach werde auch das Wettverhalten der Spieler berücksichtigt, erklärt Markus Lamprecht von bet-at-home.com. Bei ihm hätten übrigens viele darauf gewettet, dass das BZÖ aus dem Parlament fliegt.

Durch den Austritt von Justizministerin Karin Gastinger aus dem BZÖ habe sich das Wettverhalten jedenfalls nicht verändert, sagt Liebl. Eine eigene Wette, ob Gastinger nach der Wahl Ministerin bleibt, will er nicht anbieten: Das Thema sei "zu unsicher".


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