Schlachtgesänge und nackte Körper

Den fünf TV-Diskutanten wurde ein lautstarker Empfang bereitet.

Die Stimmung vor dem ORF-Zentrum am Wiener Küniglberg erinnerte stark an ein Fußballspiel, nur dass nicht die Anhänger von zwei, sondern gleich von fünf Mannschaften um die Wette brüllten. Insgesamt 500 Personen hatten sich versammelt, ausgestattet mit Partei-Luftballons und zahlreichen Transparenten.

Als erster kam Grünen-Chef Alexander Van der Bellen, samt Blasmusik-Kapelle. Im Mittelpunkt standen aber drei junge weibliche Anhänger der Grünen, denn sie tanzten nackt - nur mit grünem Bodypainting und grünem Höschen versehen vor dem ORF-Zentrum. "Lieber nackt und grün, als schwarz und blau" war auf einem der Transparente zu lesen. Das sei eine spontane Idee von ihnen gewesen, erzählen sie.

Einige Meter weiter tobt ein Kampf der Schlachtgesänge zwischen FPÖ- und SPÖ-Anhängern. Beide Gruppen hatten sich direkt gegenüber postiert. Die Roten schmähten die blaue Fangemeinde mit "WC Strache"- Transparenten. Diese kontert mit minutenlangen "Bawag, Bawag"-Rufen, die besonders laut werden, als SP-Chef Alfred Gusenbauer aus dem Auto steigt. Dieser dürfte aber nur die "Gusenbauer Bundeskanzler Hehe"-Rufe hören. Gusenbauer ballt die Faust und sonnt sich kurz im Jubel seiner Anhängerschaft. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Eintreffen von Bundeskanzler und VP-Chef Wolfgang Schüssel, der erst knapp vor Sendebeginn kommt. Seine Mitarbeiter deuten auf die Uhr, die Zeit drängt. Doch Schüssel lässt es sich nicht nehmen unter "Wolfgang"-Rufen rot-weiß-rote Fahnen zu signieren.

Auf die Ankunft von Peter Westenthaler freuen sich neben den Orangen auch die Blauen. "Der Westenthaler kommt, jetzt müsst ihr alle ,Judas` schreien", so gibt ein FPÖ-Mann seinen Mitstreitern die Linie vor. Der BZÖ-Chef fuhr aber am FPÖ-Tross vorbei, wie übrigens auch sein blauer Widerpart Heinz-Christian Strache.


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.