BZÖ: Rätselraten über das künftige Team

Die Orangen sind so gut wie sicher im neuen Parlament vertreten. Wer aber ein Mandat bekommt, stand am Montag noch nicht fest. Selbst die Zukunft von Ex-Billa-Chef Schalle soll noch unsicher sein.

Wien. "Wir halten zam, a Leben lang". Zu den Klängen seines selbst gesungenen Liedes zog BZÖ-Chef Peter Westenthaler am Sonntagabend zur orangen Wahlparty ein. Mit welchen seiner Mitstreiter Westenthaler die nächsten vier Jahre im Parlament zusammen halten will, blieb aber am Montag unklar. Die Entscheidung, wer Abgeordneter im Parlament wird, soll frühestens heute, Dienstag, gefällt werden.

Klar ist: Das BZÖ erhält mit seinem Ergebnis von 4,2 Prozent fünf Mandate über die Bundesliste und drei Mandate über die Kärntner Landesliste. Demnach würden über die Bundesliste neben Peter Westenthaler noch Veit Schalle, Herbert Scheibner, Karin Gastinger und Ursula Haubner für das BZÖ einziehen. Während der Einzug von Westenthaler und Scheibner als sicher gilt, hat Justizministerin Gastinger versprochen, nach ihrem Parteiaustritt das BZÖ-Mandat nicht anzunehmen. Bei Sozialministerin Ursula Haubner wiederum sind sich Insider nicht sicher, ob sie weiter in der Politik bleiben möchte. Und selbst der Einzug von Ex-Billa-General Schalle ist nach BZÖ-Angaben noch unklar.

Als erster nachrücken würde jedenfalls der sechste der Bundesliste, das ist Bündnissprecher Uwe Scheuch. Doch dieser schaffte auch als Zweiter auf der Kärntner Landesliste den Einzug ins Parlament. Daher muss er auf der einen oder auf der anderen Liste auf sein Mandat verzichten. Verzichten wird jedenfalls Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider: Auch er würde über die Kärntner Landesliste einen Platz im Wiener Parlament bekommen. Durch Haiders Verzicht fällt seinem Sprecher und BZÖ-Vize Stefan Petzner ein Mandat zu. Dieser wollte sich auf Anfrage der "Presse" am Montag auch noch nicht festlegen, ob er dieses annimmt. Dafür spricht aber, dass es Haider sehr gelegen kommen dürfte, mit Petzner einen engen Vertrauensmann ins Parlament zu entsenden.

Politische Statements gab es von der BZÖ-Spitze am Montag nicht. Man rief einen Tag Ruhepause aus. Am Sonntagabend hingegen war noch kräftig ausgeteilt worden. So sagte BZÖ-Chef Peter Westenthaler in Richtung Meinungsforscher - sie hatten das Ende des BZÖ prophezeit: "Die sollen ihre Firmen zusperren und was anderes machen, baden gehen vielleicht". Scheibner wiederum erklärte zur aus dem BZÖ ausgetretenen Justizministerin Gastinger: Sie tue ihm leid. "Sie hat ihr eigenes Image geschädigt."


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