Wahlbilanz: Grüne freuen sich

Die Ökopartei findet sich mit ihrer Rolle als Oppositionspartei ab.

WIEN. Sollen sich die Grünen darüber freuen, dass sie bei der Nationalratswahl zugelegt haben - oder darum trauern, zwei Wahlziele nicht erreicht zu haben: den dritten Platz vor der FPÖ und die Möglichkeit, in die nächste Regierung einzuziehen?

Beim ersten Punkt hoffen die Grünen noch auf die Auszählung der Wahlkarten. Sie liegen rund 30.000 Stimmen hinter den Freiheitlichen, ein Abstand, der aufholbar ist, da die Grünen bei den Wahlkarten-Wählern traditionell überrepräsentiert sind. Weitere vier Jahre in der Opposition schmerzen aber.

Fest steht nur, dass man beschlossen hat, sich offiziell über das Wahlergebnis zu freuen und personelle Konsequenzen damit ausschließt. "Wir können gut Opposition machen", sagt der Wiener Gemeinderat Christoph Chorherr. Die Oppositionsrolle werde künftig "wesentlich einfacher, aber auch eine größere Herausforderung", skizziert sein Kollege Martin Margulies die paradoxe Situation der Grünen. Einfacher werde es insofern, als die SPÖ der Ökopartei nicht die Oppositionsrolle streitig mache und sich nicht ein "soziales Mäntelchen" umhänge, das sie sonst gar nicht so trage. Dass es "keine andere ernstzunehmende Oppositionspartei" geben werde, mache die Sache aber zu einer größeren Herausforderung.

Und von personellen Änderungen - Parteichef Alexander Van der Bellen ist immerhin schon 62 - will man bei den Grünen nichts hören. "Wir wissen, was wir an ihm haben", so Chorherr. Van der Bellen sei noch jung, verglichen mit einem Konrad Adenauer. Und außerdem: "Die ,Presse' ist ja für eine Anhebung des Pensionsalters. Van der Bellen geht da mit gutem Beispiel voran."

Grund zur Freude gibt es bei den Grünen jedenfalls für die neuen Abgeordneten: Steuerexperte Bruno Rossmann hat es ebenso geschafft wie Birgit Schatz (Salzburg), Barbara Zwerschitz (Steiermark), Bettina Hradecsni (Niederösterreich) und Ruperta Lichtenecker (Oberösterreich). Noch zittern muss dagegen der bisherige Kultursprecher Wolfgang Zinggl. Er kommt nur zum Zug, wenn die Grünen über die Wahlkarten ein weiteres Mandat bekommen.


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