Umfrage: Bürger lieben Ordnung

Imas-Umfrage zeigt: Mit Themen wie Zuwanderung und Pensionen kann man bei Österreichern punkten. Wähler-Typen: ÖVP-Wähler sind traditionsbewusst, SPÖ-Wähler sorgen sich um das Gesundheitssystem.

Wien. Wer bei den Nationalratswahlen im Herbst gewinnen will, muss wissen, mit wem er es auf dem Wählermarkt zu tun hat: Die Österreicher sind vor allem ordnungsliebend, häuslich und sicherheitsorientiert. Das sind die Eigenschaften, die sich die Bürger bevorzugt selber zuordnen. Zwischen 41 und 45 Prozent erklären, dass diese Beschreibung auf sie passt. Auffällig ist auch ein anderes Ergebnis: Nur 24 Prozent fühlen sich als "überzeugte Demokraten", nicht einmal jeder Fünfte ist "politisch interessiert". Das zeigt eine im Auftrag der "Presse" durchgeführte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Imas unter tausend Befragten.

Abgefragt wurde dabei auch, über welche Themen sich die Österreicher "häufig Gedanken machen". Drei zentrale Themen brennen den Wählern dabei unter den Nägeln:

  • Am meisten beschäftigt die Bevölkerung die Frage, ob die Pensionen in Zukunft gesichert sind. 54 Prozent der Befragten nennen diesen Punkt.
  • 53 Prozent  grübeln über der Frage, wie sich der Zuzug von Ausländern auf die Dauer auswirken wird.
  • Mehr als die Hälfte der Bevölkerung denkt auch intensiv darüber nach, ob die Kinder einmal eine gesicherte Zukunft haben werden.

Das aktuelle Bawag-Thema führt hingegen nur bei einem knappen Drittel der Befragten zu Kopfzerbrechen: 30 Prozent ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Schuldigen der Affäre zur Verantwortung gezogen werden. Im Vergleich zur Strafe für die Täter lassen die Folgen der ÖGB-Krise für Arbeitnehmer die Österreicher relativ kalt: Sie beschäftigt gar nur 18 Prozent.
Wichtiger als die Bawag-Affäre sind den Österreichern die ärztliche Versorgung in einem Krankheitsfall (43 Prozent), der Kampf gegen die Kriminalität (42), und wie es mit der Wirtschaft weitergeht (41). Hingegen sind die im Wahlkampf gerne angesprochenen Themen Arbeitslosigkeit und Förderung fürs Kinderkriegen nicht gar so interessant. Nur jeder Dritte hat Angst, dass jemand aus der Familie arbeitslos werden könnte. Wie sich der Geburtenrückgang auf Österreich auswirkt, geht gar nur jedem Vierten durch den Kopf.

Generell sieht die ältere Generation die Situation sorgenvoller als Jüngere. Über 50-Jährige beschäftigen sich etwa intensiv mit dem Thema Ausländer, aber auch mit den Sanktionen für die Schuldigen am Bawag-Skandal. Unter 30-Jährige grübeln hingegen vor allem, welche Berufe Zukunft haben und wie es wirtschaftlich um ihre konkrete Firma steht. Während Senioren sich besonders ordnungsliebend geben, sehen sich die Jungen verstärkt als weltoffen.

Mit dem eigenen Land sind die Österreicher aber durchaus zufrieden: Fragt man die Situation des Staates ab, so erhält die Behauptung "Österreich geht es alles in allem besser als den meisten anderen europäischen Ländern" mit 47 Prozent den meisten Zuspruch. Trotzdem wartet auf die Parteien noch viel Überzeugungsarbeit vor der Wahl: Denn 42 Prozent meinen, dass man im Grunde mit keiner Partei zufrieden sein kann.


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