Aufdecker HP Martin ortete einen neuen Spendenskandal. Der Unternehmer Hans-Peter Haselsteiner soll 15,4 Mio. Euro an eine Firma überwiesen haben, in der Zach Geschäftsführer war.
Einen neuen Spendenskandal ortet der EU-Parlamentarierer und Nationalratswahlkämpfer Hans Peter Martin: Wie er am Mittwoch erklärte, seien im Jahr 2004 15,4 Millionen Euro vom Strabag-Konzern von Hans-Peter Haselsteiner an die Firma euro:contact geflossen, in der der LIF-Obmann und SPÖ-Verbündete Alexander Zach als Geschäftsführer firmiert habe.
Die Gelder seien an die ungarische sozialistische Partei im Zusammenhang mit einem Straßenbauprojekt geflossen, stellte er in den Raum. Martin bezieht sich in seinen Vorwürfen unter anderem auf zwei Schreiben der Strabag an euro:contact. Darin seien 15,2 Millionen Euro an die Firma angekündigt worden. Diese habe aus Zach und einem Partner bestanden, so Martin. Zach sei bis zum 3. Jänner 2006 als Geschäftsführer tätig gewesen. "Das ist viel Geld für zwei junge Burschen. Da gibt es dringenden Erklärungsbedarf", meint Martin.
Aus internen Memos der Firma zitiert Martin die Auflistung "Offener Projekte für Strabag". Darunter aufgelistet sei unter anderem die ungarische Autobahn "M 5" und ein "Krankenhaus". Weiter heiße es: "Die Liberalen im Bund haben mir vorgeschlagen, dass das Geld bei mir in eine GmbH geparkt wird." Und: "Die Stadtparteien haben bereits jetzt zugestimmt, dass das Geld über den Verein direkt in die Parteien fließen (Causa Krankenhaus)."
An einer anderen Stelle steht laut Martin der Satz: "Ist-Zustand -- Gelder für die Autobahnen werden über Baufirmen ausgezahlt -- Puch ist -- wie er mir sagte unzufrieden und wollte das Geld bereits umleiten". Mit "Puch" sei Lazlo Puch von der in Ungarn regierenden sozialistischen Partei MSZP und Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Parlament gemeint.
Zach war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. Ein Sprecher der Strabag kündigte eine schriftliche Stellungnahme an.