Die Rückkehr der großen Koalition

Aber die Wahlkarten könnten Rot-Grün ermöglichen.

Wien. Noch stehen 250.000 bis 280.000 Wahlkarten aus, die das Ergebnis in einem ganz entscheidenden Punkt verändern könnten: Wenn das BZÖ nicht 2000 bis 3000 davon für sich verbuchen kann, rutschen die Orangen unter die 4-Prozent-Hürde und fliegen aus dem Parlament. Und das könnte bedeuten, dass sich eine rot-grüne Koalition ausgehen könnte.

Aber das ist eher die unwahrscheinlichere Variante. Wie es derzeit aussieht, ziehen fünf Parteien ins Parlament ein - und damit gibt es nur wenige Koalitionsvarianten. Abgesehen von 3-Parteien-Varianten geht sich nur die große Koalition rechnerisch aus. Damit wäre Alfred Gusenbauer als Wahlsieger Bundeskanzler - wenn es ihm gelingt, der ÖVP die undankbare Rolle des Juniorpartners schmackhaft zu machen.

Doch eine andere Möglichkeit hat die SPÖ nicht. Die Lieblingsvariante vieler Sozialdemokraten, nämlich Rot-Grün, ginge sich in einem 5-Parteien-Parlament nicht aus. Eine Drei-Parteien-Koalition mit der SPÖ scheidet auch de facto aus. Denn die SPÖ hat eine Zusammenarbeit sowohl mit der FPÖ als auch mit dem BZÖ schon im Vorfeld ausgeschlossen. Davon abzugehen wäre der eigenen Klientel schwer zu verkaufen. Und auch die Grünen wären für eine Zusammenarbeit mit Strache oder Westenthaler nicht zu haben.

Die ÖVP könnte noch versuchen, eine Koalition abseits der SPÖ zustande zu bringen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies gelingt, ist aber relativ gering. Die Grünen wären - siehe oben -- für eine derartige Variante sicher nicht zu haben. Bliebe die Möglichkeit, dass die ÖVP die beiden verfeindeten Parteien aus dem 3. Lager in ein Boot bekommt. Kanzler Schüssel hat aber gestern Abend im ORF-Fernsehen erklärt, es würden seine Aussagen vor der Wahl gelten: Ansprechpartner seien SPÖ und Grüne.


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