Bundestheater: "Wir können jetzt nicht streiken. Leider!"

Rumoren bei Gehaltsverhandlungen. Volksoper: Meyer Favorit, weitere Namen: Birkmeir, Naske.

Neue Gehaltsrunde bei den Bundestheatern. Am 12. Mai wurde das erste Mal verhandelt, Anfang Juni, vermutlich am 9., trifft man sich wieder. Holding-Chef Georg Springer will keinen Kommentar abgeben. "Es ist sehr unerfreulich", meint Holding-Zentralbetriebsratsobmann Fritz Peschke: "Wir können nicht streiken, leider, weil die Verhandlungen nicht abgebrochen wurden. Man versucht die Gruppen (Technik, Orchester, Künstler) zu spalten und die Sache bis Herbst zu verschleppen. Die Orchester haben offenbar Angebote bekommen. Holding-Chef Springer hat nichts angeboten. Man wartet, was der Bundeskanzler vorschlägt. Mich hat man Kassandra genannt, aber es ist genauso gekommen wie ich es gesagt habe: Es geht nichts weiter."

Etwas optimistischer wirkt Peter Paul Skrepek, Vorsitzender der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, Freie Berufe: "Der Bund hat der Holding ein Infrastruktur-Budget versprochen, dadurch würden Mittel für eine Gehaltserhöhung frei. Das ist aber nicht spruchreif und kann dauern. Wir sind nicht glücklich über diese Verzögerung. Das ist ja klar. Der Gehaltsabschluss müsste jedenfalls deutlich über dem Zweier liegen (über zwei Prozent)." Er höre, dass die Holding sieben Mill. € erwirtschaftet habe, aus welchem Titel wisse er nicht, so Skrepek. Springer sei zuversichtlich gewesen, dass man zu einer Lösung komme: "Am 9. Juni werden wir wissen, was er uns anbieten kann."

Wie sieht es mit den Besetzungen der Direktionen von Volksoper und Burgtheater aus? Bei der Volksoper dürfte demnächst eine Entscheidung fallen. Der Belegschaft sollen drei Kandidaten vorgestellt worden sein: Burgschauspieler Robert Meyer, Thomas Birkmeir, Direktor des Theaters der Jugend, sowie Matthias Naske, Intendant des neuen Luxemburgischen Konzerthauses, Salle de Concerts Grande-Duchesse Joséphine-Charlotte. Die beste Performance lieferte, heißt es, Meyer, der gemeinsam mit dem Burg-Chef-Disponenten Rainer Schubert antreten würde, der bereits unter Bachler an der Volksoper tätig war.

Für das Burgtheater endete die Bewerbungsfrist am 7. Mai, wobei es nur um die zehn Bewerbungen gibt (bei der Volksoper waren es über 30). Viele Namen für die Burg sind genannt worden, zuletzt vor allem Matthias Hartmann, der Intendant des Zürcher Schauspielhauses; aber auch jener des Regisseurs Martin Kusej oder des Hamburger Thalia-Theater-Chefs Ulrich Khuon.

Bundeskanzler Schüssel freilich wünscht sich angeblich eine Frau, vielleicht auch als Signal im Wahljahr. Damit könnte die schon einmal kolportierte Variante einer Doppeldirektion von Elisabeth Schweeger, Chefin des Schauspiels Frankfurt, und Regisseurin Andrea Breth virulent werden. Auch Burg-Vize-Direktorin Karin Bergmann wird wieder genannt. Im Interesse klarer Führungsstrukturen wird man sich allerdings für eine Persönlichkeit entscheiden müssen.

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