Problemschulen: Die meisten sind in Niederösterreich

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Die Schulen, die im Vergleich zu den Rahmenbedigungen schlechte Leistungen bringen, bekommen ein eigenes Förderprogramm.

An mehr als 500 Schulen haben bei den Bildungsstandard-Überprüfungen extrem viele Schüler schlecht abgeschnitten - und zwar noch schlechter als angesichts der Zusammensetzung der Schülerschaft zu erwarten. Die meisten dieser Schulen, die ein eigenes Förderprogramm erhalten, liegen in Niederösterreich und der Steiermark, zeigt eine Anfragebeantwortung von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP).

Insgesamt wurden österreichweit 569 "Schulen mit großen Herausforderungen" identifiziert - 351 Volksschulen und 218 Neue Mittelschulen. 2017 wurde deshalb vom Bildungsressort noch unter SPÖ-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid das Förderprogramm "Grundkompetenzen absichern" gestartet. Priorität hatten dabei zunächst jene Schulen, in denen besonders viele Schüler (mindestens 20 Prozent) in gleich mehreren Bereichen die Bildungsziele nicht erreicht haben und die zusätzlich beim "fairen Vergleich", bei dem die Rahmenbedingungen vor Ort berücksichtigt werden, unterdurchschnittlich abgeschnitten haben.

Bis 2021 sollen rund 500 dieser 569 Schulen an dem Programm teilnehmen. Bei den übrigen Standorten geht das Ministerium in Absprache mit der Schulaufsicht davon aus, dass sie ihre Ergebnisse auch ohne externe Unterstützung verbessern werden. Von den teilnehmenden Schulen liegen laut Beantwortung der parlamentarischen Anfrage der NEOS 111 in Niederösterreich, 109 in der Steiermark, 61 in Kärnten, 52 in Wien, 47 in Oberösterreich, 44 in Tirol, 36 im Burgenland, 24 in Vorarlberg und acht in Salzburg.

Noch keine Erstgespräche

Die ausgewählten Standorte sollen von Experten der Bildungsdirektionen, von Schulentwicklungsberatern und Fachdidaktikern der Pädagogischen Hochschulen (PH) sowie Schulpsychologen begleitet werden. Hier setzt die Kritik der NEOS an. Insgesamt seien für die eingesetzten multiprofessionellen Teams österreichweit nur 59 Schulpsychologen vorgesehen. "Das ist für sie nicht zu schaffen", so Bildungssprecher Douglas Hoyos. Außerdem scheine in manchen Bundesländern noch kaum Arbeit passiert zu sein. "Mit vielen Schulen gab es noch nicht einmal Erstgespräche." Das gelte ausgerechnet für jene Bundesländer wie Niederösterreich und die Steiermark, in denen besonders viele Problemschulen identifiziert worden seien.

Außerdem fehle es an Maßnahmen auf der anderen Seite, nämlich bei den überdurchschnittlich abschneidenden Schulen. "Es ist schade, dass der Fokus nur auf die Defizite gelegt wird. Ich fordere hier auch die 500 besten Standorte zu eruieren, diese in Partnerprojekten einzubinden und Best Practice Beispiele zu finden."

(APA)

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