Fotografie

Model Airbus Goldin

Eine großartige Fotoausstellung zeigt die 1901 in Wien geborene Lisette Model zwischen Sozialpornografie und Empathie. Und: Diane Arbus sowie Nan Goldin.

Mit Lisette Model, Diane Arbus und Nan Goldin präsentiert WestLicht drei große amerikanische Fotografinnen, deren Bilder den Blick auf die menschliche Gesellschaft radikal erweiterten – um das Andere, das Außergewöhnliche.

 

 

 

 

Lisette Model

Die rund 100 Bilder umfassende Ausstellung "Model Arbus Goldin" beginnt mit Lisette Model, die in Wien, wo sie 1901 geboren wurde, immer noch zu wenig bekannt ist.

Lisette Model

Model pflegte noch einen durchaus ironischen Blick auf gesellschaftliche Extreme, ihre Reichen und Armen wirken wie Karikaturen.

Lisette Model

Ihre Schnappschüsse bearbeitete sie in der Dunkelkammer, isolierte die Figuren, wählte große Abzüge. Alles Dinge, die damals in der Fotografie noch als unseriös galten, aber schon in Richtung bildender Kunst weisen.

Hier treten dokumentarischer Charakter, Objektivität, „Wahrheit“ radikal hinter eine offene künstlerische oder politische Mission zurück.

Lisette Model

Diana Arbus

Während des Studiums bei Lisette Model Ende der 1950er-Jahre eignete sich die New Yorkerin Diane Arbus (1923–1971) jene Techniken an, die ihr Werk letztlich definieren sollten. In der Aufzeichnung menschlicher Makel und Maskeraden deuten ihre Porträts auf die Risse und Ränder von Gesellschaft.

Diana Arbus

Nan Goldin

Das Werk dieser Fotografin lässt sich nicht ohne Arbus und Model denken: Nan Goldin (*1953).

 

Nan Goldin

Sie unterscheidet es sich wesentlich durch die kompromisslose Insiderposition der Fotografin, die sich selbst und ihre Szene – die New Yorker Subkultur und LGBT-Community der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre – in einem eindringlichen Porträt festhielt, vor Spiegeln, in Bars und Badezimmern, beim Sex und Drogenkonsum, als Teil einer Kultur des Überschwangs und der Angst, der Obsession und Abhängigkeit.

Nan Goldin

Nan Goldins Bilder: Oft ohne ausreichendes Licht und in Bewegung entstanden ihre charakteristischen Schnappschüsse, mit denen Goldin ihren Freund_innen ein intimes Denkmal setzte und eine Bildsprache prägte, die später als Heroin Chic in der Modefotografie popularisiert wurde.

 

Nan Goldin

Die Ausstellung MODEL ARBUS GOLDIN: Kuratiert von Gerald A. Matt und Rebekka Reuter. 06.12.2018–24.03.2019

Zur Ausstellungskritik von Almuth Spiegler >>>

Nan Goldin
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Mit Lisette Model, Diane Arbus und Nan Goldin präsentiert WestLicht drei große amerikanische Fotografinnen, deren Bilder den Blick auf die menschliche Gesellschaft radikal erweiterten – um das Andere, das Außergewöhnliche.

 

 

 

 

Lisette Model

Die rund 100 Bilder umfassende Ausstellung "Model Arbus Goldin" beginnt mit Lisette Model, die in Wien, wo sie 1901 geboren wurde, immer noch zu wenig bekannt ist.

Lisette Model

Model pflegte noch einen durchaus ironischen Blick auf gesellschaftliche Extreme, ihre Reichen und Armen wirken wie Karikaturen.

Lisette Model

Ihre Schnappschüsse bearbeitete sie in der Dunkelkammer, isolierte die Figuren, wählte große Abzüge. Alles Dinge, die damals in der Fotografie noch als unseriös galten, aber schon in Richtung bildender Kunst weisen.

Hier treten dokumentarischer Charakter, Objektivität, „Wahrheit“ radikal hinter eine offene künstlerische oder politische Mission zurück.

Lisette Model

Diana Arbus

Während des Studiums bei Lisette Model Ende der 1950er-Jahre eignete sich die New Yorkerin Diane Arbus (1923–1971) jene Techniken an, die ihr Werk letztlich definieren sollten. In der Aufzeichnung menschlicher Makel und Maskeraden deuten ihre Porträts auf die Risse und Ränder von Gesellschaft.

Diana Arbus

Nan Goldin

Das Werk dieser Fotografin lässt sich nicht ohne Arbus und Model denken: Nan Goldin (*1953).

 

Nan Goldin

Sie unterscheidet es sich wesentlich durch die kompromisslose Insiderposition der Fotografin, die sich selbst und ihre Szene – die New Yorker Subkultur und LGBT-Community der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre – in einem eindringlichen Porträt festhielt, vor Spiegeln, in Bars und Badezimmern, beim Sex und Drogenkonsum, als Teil einer Kultur des Überschwangs und der Angst, der Obsession und Abhängigkeit.

Nan Goldin

Nan Goldins Bilder: Oft ohne ausreichendes Licht und in Bewegung entstanden ihre charakteristischen Schnappschüsse, mit denen Goldin ihren Freund_innen ein intimes Denkmal setzte und eine Bildsprache prägte, die später als Heroin Chic in der Modefotografie popularisiert wurde.

 

Nan Goldin

Die Ausstellung MODEL ARBUS GOLDIN: Kuratiert von Gerald A. Matt und Rebekka Reuter. 06.12.2018–24.03.2019

Zur Ausstellungskritik von Almuth Spiegler >>>

Nan Goldin
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Randfiguren und exzentrische Persönlichkeiten im Bild

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