Frankreich und Russland im Streit über Iran-Sanktionen

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Die USA beschreiben die Gespräche des UNO-Sicherheitsrats als "ernsthaft" und "konstruktiv". Eine Einigung über weitere Strafmaßnahmen gegen den Iran haben sie dennoch nicht gebracht.

Neue Beratungen der fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats und Deutschlands über verschärfte Iran-Sanktionen in Washington sind zunächst ohne konkretes Ergebnis geblieben. Alle bisherigen UNO-Forderungen hat Teheran bisher die weitgehend ignoriert. Die Vereinten Nationen verlangen einen Stopp aller Atomaktivitäten des Irans, die auch der Entwicklung von Nuklearwaffen dienen könnten.

Frankreich: Harte Sanktionen nötig

Die Gespräche in Washington waren überschattet von einem Streit zwischen Frankreich und Russland. Moskau hält zusätzliche Strafmaßnahmen gegen Teheran im Konflikt um das iranische Atomprogramm derzeit für kontraproduktiv. Der französische Außenminister Bernard Kouchner hatte sich dagegen vorigen Sonntag für eine harte Haltung ausgesprochen. Er wollte sogar einen Krieg gegen den Iran nicht ausschließen, relativierte seine Aussagen später aber. Am Donnerstag bekräftigte er nach seiner Ankunft in Washington, er wolle keinen Krieg gegen den Iran.

Moskau: Teheran braucht Zeit

Moskau begründet seine Forderung nach einer Pause für neue Sanktionen mit der jüngsten Vereinbarung zwischen Teheran und der Internationalen Atomenergieorganisation. Darin hatte sich die iranische Regierung bereit erklärt, den Inspektoren in den kommenden Monaten alle noch ungeklärten Fragen im Zusammenhang mit dem jahrzehntelang geheimen iranischen Atomprogramm zu beantworten. Teheran weigert sich allerdings weiter, die Urananreicherung und den Bau eines Schwerwasserreaktors bei Arak zu stoppen.

Gusenbauer: UNO soll Problem lösen

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, derzeit auf einwöchigem Arbeitsbesuch in den USA, forderte eine Lösung im Iran-Streit im Rahmen der Vereinten Nationen. Härtere Sanktionen außerhalb eines UNO-Beschlusses lehnte der Kanzler ab. "Niemand hat etwas von einer Eskalation", wird Gusenbauer zitiert. (Ag.)

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