Der deutsche Finanzminister Schäuble verteidigt das deutsche Verbot ungedeckter Leerverkäufe. Kritiker widersprechen: "Spekulation macht Probleme sichtbar, sie ist nicht die Ursache".
Deutschland versucht, die Spekulation mit Staatsanleihen zu verbieten. Und stößt den Rest Europas vor den Kopf: Finanzminister Schäuble hatte beim Ministertreffen weder Amtskollegen noch EU-Kommission informiert.
Die Schuldenprobleme der Eurostaaten könnten sich zu einer systemischen Krise auswachsen. An den Börsen haben europäische Banken heuer schon kräftig Federn lassen müssen.
"Deutschland hat die Lichter am europäischen Finanzmarkt ausgeknipst", sagt ein Experte. Er meint damit das deutsche Verbot von ungedeckten Leerverkäufen von Staatsanleihen und Kreditversicherungen.
Ein Kurs unter der Euro-Dollar-Parität wäre ein "Vorbote, dass der Euro-Raum zusammenbricht", sagt UniCredit-Experte Michael Rottmann. Er rechnet mit einer Stabilisierung des Euro zwischen 1,10 und 1,20 Dollar.
Griechenland werde seine Schuldenlast bis 2013 auf 60 Prozent des Bruttoinlandprodukts senken - Deutschland erst 2028, sagt das Schweizer IMD. Japan ist laut der Studie erst 2084 so weit.
Die Nationalbank präsentiert erstmals konkrete Zahlen über die Höhe des österreichischen Engagements in den von der Pleite gefährdeten „Pigs“-Staaten. Gemeint sind Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien.
Bundeskanzler Werner Faymann warb bei seiner Amtskollegin Angela Merkel für die rasche Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Mit der SPD will er dazu ein europaweites Volksbegehren starten.
Ohne den Euro wären die einzelnen Landeswährungen Angriffen der Spekulanten viel stärker ausgesetzt, sagt Versicherer-Chef Günter Geyer. Österreichs Versicherer würden nur wenige griechische Anleihen halten.
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