EU in "keinem guten Zustand", "teilweise anstrengend", "unzumutbar". Die Stimmung beim sonntäglichen Gipfel war gereizt. Nicht alle Staaten suchen den Dialog.
Insgesamt 100.000 Betreuungsplätze für Flüchtlinge entlang der Westbalkanroute sollen bis Jahresende geschaffen, Slowenien soll mit 400 EU-Polizeibeamten unterstützt werden.
Ein EU-Gipfel mit wenigen, aber konkreteren Beschlüssen. Viele Länder streben eher eine Abschottung an. Bundeskanzler Faymann kann nicht garantieren, dass keine neuen Zäune errichtet würden.
Angesichts anhaltend hoher Flüchtlingszahlen versucht die EU, die Lage entlang der sogenannten Balkan-Route in den Griff zu bekommen. Auf einem Sondertreffen in Brüssel wollen sich die betroffenen Staaten am Sonntagnachmittag mit der EU-Kommission auf ein geordnetes Verfahren zur Registrierung und Versorgung der Flüchtlinge und Migranten verständigen.
Grenzzäune in Europa, dies sei ein "Symbol für das politische Versagen" in der Flüchtlingsthematik, erklärte Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, am Sonntag in der ORF-"Pressestunde".
Der alte Glücksbringer hat ausgedient. Die Neutralität bietet keinen Schutz und ergibt schon lang keinen Sinn mehr. Spätestens, wenn eine Europaarmee entsteht, muss Österreich Farbe bekennen.
Die EU will die Flüchtlingssituation auf der sogenannten Balkan-Route mit einem 16-Punkte-Plan besser in den Griff bekommen. Die "Politik des Durchwinkens" von Flüchtlingen von einem Staat zum anderen müsse beendet werden, heißt es in dem Plan von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker für das EU-Sondertreffen in Brüssel am Sonntag.
Bisher haben lediglich neun Mitgliedstaaten die Aufnahme von Flüchtlingen zugesagt. Die Zahlen liegen im Promillebereich dessen, was vor einem Monat vereinbart wurde.