Wien, 21. Mai 1869. Aus Linz wird eine Thatsache gemeldet, die das Maß dessen, was Oesterreich erfahren, noch überragt, obwol es schwer ist, alle die Infamien, welche das Jesuiten-Gelichter in Rom gegen das concordatswidrige Oesterreich unternimmt, richtig gegen einander abzuwägen.
Der Minister für Einwanderung sowie Staatssekretär für Justiz, Mark Harbers, musste am Dienstag seinen Hut nehmen. Er hatte die Kriminalitätsstatistik „frisieren" lassen, sodass von Migranten begangene schwere Straftaten nicht extra als solche aufschienen.
In der Justizaffäre, in deren Zentrum der Generalsekretär des Justizressorts und die Korruptionsstaatsanwaltschaft stehen, fungieren nun zwei Generalanwälte als „Wächter“. Zudem führt ein Mediator erste Gespräche.
Cornelia Koller, Präsidentin der Staatsanwältevereinigung, will Ermittlerteams, die konzentriert an einem Fall arbeiten könnten. Generalsekretär Pilnacek habe sie als korrekt erlebt, aber die Weisungskette müsse gelöst werden.
Das Justizministerium wurde immer wieder von parteifreien Ressortchefs geleitet. Der letzte Spitzenbeamte, der zum Minister aufrückte, war Egmont Foregger.
Die Vorsitzende der Partei soll auch Spitzenkandidatin sein, stellt Burgenlands Landeshauptmann Doskozil klar. Ex-SP-Kanzler Kern rät Bundeskanzler Kurz zum Rücktritt.
Die Korruptionsstaatsanwaltschaft rückt den Generalsekretär des Justizressorts in die Nähe des Amtsmissbrauchs. Christian Pilnacek soll die Eurofighter-Ermittlung gebremst haben.