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Ahmadinejad: "Israel muss von der Landkarte radiert werden"

Irans Präsident Ahmadinejad hat öffentlich die Auslöschung Israels gefordert und damit einen internationalen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hat öffentlich die Auslöschung Israels gefordert und damit einen internationalen Sturm der Entrüstung ausgelöst. In einer Rede auf einer Konferenz mit dem Titel "Die Welt ohne Zionismus" sagte Ahmadinejad am Mittwoch in Teheran: "Wie es der Imam (Ayatollah Khomeini) gesagt hat, Israel muss von der Landkarte radiert werden". Die Schaffung des "zionistischen Regimes" sei eine gegen die islamische Welt gerichtete Tat des "Unterdrückers der Welt" gewesen.

Westliche Regierungen wiesen die Tirade mit scharfen Worten zurück. Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Shimon Peres forderte den Ausschluss des Iran aus der UNO. Die US-Regierung sieht sich eigenen Angaben zufolge nach den jüngsten israelfeindlichen Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad in ihrer Besorgnis bestärkt, dass Iran den Atomwaffenbesitz anstrebt

"Die islamische Gemeinschaft wird es dem historischen Feind nicht erlauben, in seinem Stammland zu leben", sagte Ahmadinejad vor 4.000 Studenten. Als sie den Präsidenten mit dem Ruf "Tod für Israel" empfingen, forderte Ahmadinejad sie auf, noch lauter zu rufen. Die "Gefechte im besetzten Land" seien Teil eines "Schicksalskrieges", sagte der erst im Juni gewählte Präsident. Der Ausgang von hunderten Jahren Krieg werde auf palästinensischem Land entschieden. Ahmadinejad warnte andere islamische Regierungen vor der Anerkennung Israels. Wer solche Verträge unterzeichne, "unterschreibt die Kapitulation der moslemischen Welt."

Ahmadinejads Aufruf "verstößt gegen die Charta der Vereinten Nationen und kommt einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleich", schrieb Peres in einem offenen Brief an Israels Regierungschef Ariel Sharon. "Es ist unvorstellbar, dass jemand an der Spitze eines UNO-Mitgliedsstaates steht, der zum Völkermord aufruft." Außenminister Silvan Shalom nannte es einen "Alptraum für die internationale Gemeinschaft", wenn das "extreme Regime" in Teheran in den Besitz der Atombombe gelangen würde. Die Vereinigten Staaten sahen sich durch Ahmadinejads Rede in ihrer Haltung bestätigt: "Das unterstreicht unsere Bedenken, die wir gegenüber dem iranischen Atomprogramm haben", sagte Präsidentensprecher Scott McClellan.

Es war das erste Mal seit Jahren, dass ein so ranghoher iranischer Politiker wie der Präsident öffentlich die Auslöschung Israels fordert, obwohl diese Forderung zur Propaganda der iranischen Führung gehört. Amtsvorgänger Mohamed Khatami hatte immer für einen "Dialog der Zivilisationen" geworben.

Der Iran steht wegen seines Atomprogramms zur Zeit unter großem internationalen Druck. Der Chef der internationalen Atomenergiebehörde IAEA (IAEO), Mohamed ElBaradei, soll dem Gouverneursrat der IAEA bis Ende November einen neuen Iran-Bericht vorlegen. Das Gremium soll dann darüber entscheiden, ob im Atomstreit mit dem Iran der UNO-Sicherheitsrat angerufen werden soll. Die Mitglieder des Gouverneursrats fordern vom Iran die Einstellung seiner Aktivitäten zur Urananreicherung.