Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl

"Wahlarena": Stronach verliert gegen sich selbst

Wahlarena Stronach verliert gegen
Wahlarena Stronach verliert gegenPuls4.com
  • Drucken

Frank Stronach in der "Wahlarena" von Puls4: Das Publikum bleibt ratlos zurück und verweigert dem Neo-Politiker weitgehend den Applaus.

Manche TV-Auftritte von Frank Stronach sind seit der Gründung seiner Liste schon in die Geschichte eingegangen - man denke nur an seine Interviews mit Armin Wolf in der ZIB2. Und auch die "Wahlarena" auf Puls4 könnte in die Annalen eingehen. Der Modus der Sendung: Fragen an den Neo-Politiker stellten auf der einen Seite die Zuschauer im Studio, die zwei Moderatoren Thomas Mohr und Peter Rabl hakten nach oder versuchten es zumindest. Denn Stronach blieb seiner Linie treu und gab kaum klare Antworten.

Stehsätze, die man in diesem Wahlkampf schon sehr oft gehört hat, wurden dem Publikum entgegengeschleudert ("Es geht um die Wirtschaft, wir können nicht immer mehr Schulden machen"). Stronach attackierte nicht nur das Moderatoren-Team frontal ("Hast du schon einmal Löhne bezahlt?" und "Sagen Sie mir nicht was ich gesagt habe. Ihr solltet lieber arbeiten gehen."), sondern ließ auch gegenüber dem Publikum Höflichkeit vermissen.

So antwortete er auf eine Frage aus dem Publikum, wieso er nicht die ganze Zeit in Österreich sei und wie er das managen wolle mit seinen altbekannten Attacken gegen die Bestellung von Schul-Direktoren. Nicht nur diesen Zuschauer ließ er damit kopfschüttelnd zurück - über das Studio legte sich immer mehr eine bleierne Stille, der Milliardär konnte kaum Applaus erhaschen. Er wirkte auf seine Stehsätze reduziert und zu wenig wendig, um auf komplexe Fragen aus dem Publikum genauer einzugehen.

"Belehren lassen" wollte sich Stronach nicht, weder vom Publikum, noch vom Moderatoren-Team, die für ihn "nur ein Teil des Systems sind." Peter Rabl rang sichtlich um Worte.

Höhepunkt der Sendung war wohl seine Interpretation von "automatischen Wechselstuben": "Jedes Land kann seinen eigenen Euro haben, dann kann man aufwerten oder abwerten. Das wird dann automatisch im Computer umgewechselt."

Politikverdrossene konnte er mit seiner Vorstellung, welches Arbeitspensum er als zukünftiger Abgeordneter erfüllen wolle, wohl kaum überzeugen. Denn auch diese Aussagen sorgten im Publikum für Kopfschütteln: "Ich werd schon im Parlament sein. Immer, wenn ich glaube, es ist wichtig, werde ich dort sein."

Wäre die Sendung ein klassisches Duell gewesen - Stronach hätte gegen seine eigenen Stehsätze verloren.

Auf Twitter war die Wahlarena ein großes Thema - interessant dabei ist, dass das Team Stronach, bisher sehr aktiv im Wahlkampf auf Twitter, keinen einzigen Tweet zu dieser Sendung abgesetzt hat und seither schweigt. Im Folgenden ein "Best of" unter dem Hashtag #Wahlarena:

(felb)