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Hamas will islamischen Staat im Gaza-Streifen errichten

AP (Hatem Moussa)
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Mahmoud Zahar, Gründer und Hardliner der Hamas, kündigt einen eigenen Staat im Gaza-Streifen an. Von Wirtschafts-Boykott des Westens lässt er sich nicht beeindrucken.

Der Hamas-Führer Mahmoud Zahar bestätigt in einem Interview mit "Spiegel Online" die Befürchtung der westlichen Welt, dass die Hamas langfristig einen islamischen Staat einrichten wolle. "Zurzeit können wir aber keinen Islam-Staat errichten, weil wir Palästinenser ja keinen Staat haben. So lange wir noch keinen Staat haben, wollen wir aber eine islamische Gesellschaft formen", wird Zahar in "Spiegel Online" zitiert. Mit einem islamischen Palästinenser-Staat will er "Freiheit für alle" erreichen, "Christen werden Christen bleiben, Parteien könnten säkular oder auch kommunistisch sein", kündigt Zahar an.

Von Israels Strategie, einen totalen Wirtschaftsboykott gegen die Hamas im Gaza-Streifen zu errichten und die islamistischen Extremisten abzuschotten, fühlt sich Zahar nicht bedroht: "Israel wird die Grenze öffnen müssen. Es kann sich nicht erlauben, dass die Menschen hier hungern, bis sie die Grenze mit Gewalt stürmen."

Hilfsgelder weiterleiten, sonst werde Fatah Gaza "für immer verlieren"

Geld verspricht er sich auch von der Fatah, der weiterhin Hilfsgelder aus dem Westen zukommen: Die Fatah im Westjordanland wird Geld bekommen, und sie werden es nach Gaza weiterleiten müssen. Wenn sie das Geld nicht an die hier Eingesperrten weitergibt, wird sie Gaza für immer verlieren." Es gebe aber auch Alternativen, so Zahar. Die Hamas könne Geld aus Ägypten, Libyen, Kuweit und dem Iran lukrieren: "Ich persönlich habe einmal 20 Millionen aus dem Iran in meinem Koffer nach Gaza gebracht. Naja, eigentlich zweimal, das zweite Mal 22 Millionen", berichtet der Hamas-Führer.

Angriffe auf Fatah

Indirekt kündigt Zahar auch weitere Angriffe gegen die Fatah an, die sich ins Westjordanland zurückgezogen hat. "Wir müssen derzeit mit zwei Feinden gleichzeitig fertig werden", sagt er in Bezug auf Israel. Gespräche mit Israel schließt er nicht aus, aber "von Politik reden wir nicht, weil die Israelis keine politische Agenda mit uns haben. Die politische Agenda von Condoleezza Rice und Ehud Olmert mit Präsident Mahmud Abbas besteht nur darin, sich alle zwei Wochen Küsschen zu geben, aber mit leeren Händen."

Es gebe aber Kontakt mit der Fatah, aber "wir suchen dabei nach der echten Fatah". Sie sei der eigentliche Verlierer des Konflikts, weil "ihre Partei nun ihm Westjordanland mit Israel kollaborieren wird. In Gaza haben wir die Elemente besiegt, die mit Israel kollaboriert haben."

Genug Waffen "Dank den USA"

Waffen für eine Fortsetzung des Kampfes mit der Fatah gebe es jedenfalls genug, meint Zahar: "Die US-Hilfsgelder sind in Waffen übersetzt worden. Danke USA!"

(Red.)