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"Genug gestritten": SPÖ startet den Wahlkampf

SPÖ-Wahlplakat mit Werner Faymann
(c) APA (Georg Hochmuth)
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Ungewohnt handzahm starten die Sozial-Demokraten in den Wahlkampf. Eine "sachliche Auseinandersetzung" soll im Vordergrund stehen. Die Wahlplakate werden Spitzenkandidat Werner Faymann zeigen.

Die am Donnerstag veröffentlichten Wahlkampfsujets der SPÖ versprechen, was im Wahlkampf wohl kaum durchsetzbar sein wird: Die Sozialdemokraten haben nämlich "Genug gestritten". So lautet der Slogan, den Bundesgeschäftsführerin Doris Bures im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte.

Unterstrichen werden soll die Firedensbotschaft durch ein Bild von Spitzenkandidat Werner Faymann in einem schwarzen Anzug vor rotem Hintergrund. Die SPÖ werde eine "sachliche Auseinandersetzung in der Kampagne" suchen, erklärte Bures. Zwar werde ein Wahlkampf nie im Streichelzoo geführt, "es muss aber nicht in eine Großwild-Safari ausarten".

Reaktionen aus der eigenen Partei auf die Plakat-Kampagne hat die Wahlkampfleiterin eigenen Angaben zu Folge noch nicht. Es würde sie aber nicht wundern, wenn es nicht überall Lob gebe, auch wenn das eigentlich angebracht wäre.

SPÖ will Fairness-Abkommen

Deshalb streben die Sozialdemokraten auch ein Fairness-Abkommen an, das die Verpflichtung zu Sachlichkeit und Sparsamkeit enthalten soll. Zwar meint Bures, dass die Parteien sich hier nur selbst verpflichten sollen, jedoch müssten auch Sanktionen vorgesehen werden. Bei Verstößen sollten Gelder an karitative Organisationen gezahlt werden.

Grundsätzlich will die SPÖ offenbar auf einen Positiv-Wahlkampf setzen. Bures sprach von einer sehr schwierigen Situation, sei doch das Bild der Politik in den vergangenen Monaten kein Gutes gewesen. Daher wolle die SPÖ nun eine sachorientierte Politik in den Vordergrund stellen und auf persönliche Angriffe verzichten. Die Kampagne solle auch eine Einladung zur Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten darstellen. Und niemand stehe für solch einen Kurs besser als Faymann, der stets das Gemeinsame vor das Trennende stelle.

Kritik der Opposition und der ÖVP

Wenig überraschend keinen Gefallen finden die anderen Parteien am ersten SPÖ-Plakat für die Nationalratswahl. Der Slogan "Genug gestritten" könne sich nur an die "eigenen Genossen" richten, meinte VP-Generalsekretär Hannes Missethon. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl findet, dass das Plakat den "Charme" alter DDR-oder KPdSU-Plakate versprühe. Die Grüne Bundesgeschäftsführerin Michaela Sburny sieht die SPÖ mit ihrem Slogan "am Gipfel der Unglaubwürdigkeit" angelangt, und das BZÖ schlägt mit seinem Generalsekretär Gerald Grosz als Alternativ-Slogans "Genug gelogen, Genug gestohlen, Genug umgefallen" vor.

(APA)