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Ursula Stenzel durfte nicht in die Gruft

Ursula Stenzel musste draußen bleiben.
Ursula Stenzel musste draußen bleiben.Stanislav Jenis / Die Presse
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Ein Spendenscheck für die Obdachloseneinrichtung „Gruft“ in Mariahilf wurde draußen übergeben.

Wien. „Unser Geld für unsere Leut“ ist das Motto der FPÖ. Medienwirksam kündigte Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel am Mittwoch an, nicht für die Flüchtlingsbetreuung, sondern der Obdachloseneinrichtung „Gruft“ in Mariahilf Geld spenden zu wollen. Der Scheck über 5000 Euro wurde aber nicht in der Einrichtung, sondern davor überreicht. „Wir sind für Spenden dankbar und darauf angewiesen. Mit Blick auf unsere Klienten versuchen wir aber auch, den Wahlkampf aus Einrichtungen wie der Gruft fernzuhalten“, sagt Caritas-Sprecher Martin Gantner. Dass ihr eine Übergabe im Gebäude verwehrt wurde, findet Stenzel „unmöglich, eine Hilfseinrichtung sollte nicht politisch gekapert werden“. Sie hoffe aber, dass mit dem Geld Sinnvolles getan werde, wie Schlafsäcke zu kaufen.

 

Gruft im Ersten denkbar

Dass Stenzel nun Obdachlose, die draußen schlafen müssen, unterstützt, ist neu. So wurde im Herbst 2013 der Stadtpark vor allem wegen wiederkehrender Beschwerden der Bezirksvorsteherin geräumt. Stenzel: „Das war eine Sondersituation. Ein Park ist kein Camping- und kein Urinierplatz. Es gab etliche Anrainerbeschwerden.“ Dazu hätten hier vor allem Schwarzarbeiter genächtigt, die sich Geld für ein Zimmer sparen wollten. Auch nicht als Widerspruch zu ihrem Engagement sieht sie ihre Forderung nach einem Bettelverbot, da es sich im Ersten fast nur um organisiertes Betteln handle. „Jemand mit einer rahmenlosen Brille und Handy, der plötzlich Leiden vortäuscht, das unterstütze ich nicht.“ Für echte Obdachlose müsse man aber Schlafplätze schaffen. Auch in der Inneren Stadt kann sie sich eine Einrichtung wie die Gruft vorstellen: „So etwas ist mir hundertmal lieber als das Flex.“ (ath)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.10.2015)