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Skurriler Kandidat für die Hofburg

Thomas Dolina posiert im k.u.k.-Outfit, sucht per Casting eine Freundin und will der jüngste Bundespräsident aller Zeiten werden.

Er habe bereits konkrete Pläne, betont Thomas Dolina. „Ich möchte die Grenzen dichtmachen“, erklärt der 37-jährige Wiener. Als Oberbefehlshaber des Bundesheeres werde er genügend Soldaten an die Ostgrenzen schicken, „um dem ausufernden Kriminaltourismus endlich Einhalt zu gebieten“. Überdies würde er nur Gesetze unterzeichnen, die ihm inhaltlich gefallen. Den Einwand, dass beide Ideen verfassungsrechtlich problematisch sind, lässt Dolina nicht gelten.

Sehr gut kennt Dolina die Verfassung, wenn es um die Absetzung von Regierungsmitgliedern geht. „Ein Herr Bundeskanzler Gusenbauer hätte es mit mir nicht so lange ausgehalten“, sagt Dolina. Wer Wahlversprechen nicht einhalte, werde von ihm abgesetzt, Punkt. Apropos Wahlversprechen: Der Jungpolitiker gelobt, als Bundespräsident keinen Cent verdienen zu wollen. Sein Geld verdient der Wiener übrigens mit der Erstellung von Kinder- und Jugendzeitschriften. Sorgen bereitet Dolina noch das Sammeln von 6000 Unterstützungserklärungen für die Kandidatur. Doch Dolina hat sich bereits von Richard Lugner beraten lassen, dem dieses Kunststück 1998 gelang. Auch eine Freundin will Dolina noch vor der Amtseinführung finden. Das Casting zu „Austria's Next First Lady“ startet demnächst. „Seit langer Zeit bin ich Single“, gesteht Dolina. Er suche eine „humorvolle Frau mit starken Nerven“.

Dolina ist Mitglied des BZÖ Wien und ein großer Fan von Jörg Haider. Auf Unterstützung von der Parteispitze kann er aber nicht zählen: „Die nehmen meine Kandidatur nicht ernst.“ aich

ZUR PERSON

Name: Thomas Dolina (37)

Ziele: In die Hofburg einziehen, per Casting eine First Lady finden. [Dolina]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.12.2009)