Wahlkampf: BZÖ gegen "Chefkoffer mit Parteibuch"

BZÖ-Wahlauftakt: Sonnleitner: Wir sind die Zukunftsmacher
(c) BZÖ (Harald Kalasek)

Spitzenkandidat und Ex-Journalist Walter Sonnleitner eröffnet den Wien-Wahlkampf des BZÖ. Er pocht auf Ehrlichkeit und Verlässlichkeit und wettert gegen den Nepotismus der SPÖ.

Mit den Klängen von "Eye of the Tiger" und "We are Family" ist das Wiener BZÖ am Donnerstagabend im Ares-Tower offiziell in den Wahlkampf gestartet. Vor nach Veranstalterangaben 250 Gästen - darunter prominente Köpfe wie Peter Westenthaler oder Ewald Stadler - gab sich Spitzenkandidat Walter Sonnleitner als Antithese des Politikers: "Ich tue mir schwer beim Lügen - wenn Sie so wollen: Dann bin ich halt kein Berufspolitiker." Er habe in 35 Jahren ORF seine Erfahrungen gemacht, so der Ex-Journalist. "Glauben Sie wirklich an die Ehrlichkeit unserer Politiker?", fragte er rhetorisch die versammelte BZÖ-Mannschaft.

"Die Menschen haben ein Recht auf die ungeschminkte Wahrheit", forderte er einen neuen Stil. Deshalb orientiere sich der BZÖ-Wahlkampf an den Parametern Ehrlichkeit statt Lüge, Sparsamkeit statt Verschwendung und Kontrolle. Beispielsweise seien 50 Abgeordnete anstelle der jetzigen 100 Mandatare im Stadtparlament ausreichend. Parkgebühren sollten nur bis 19 Uhr erhoben, die Kontrolle der Sozialhilfe verstärkt werden. "Zahlen auf den Tisch", laute die Devise.

"Chefkoffer - wenn man das richtige Parteibuch hat"

Leider heiße in Wien das Zauberwort nicht "Simsalabim", sondern "Freundschaft", ärgerte sich der Neo-BZÖ-Politiker über Nepotismus: "Wenn man dem Chef lange genug den Koffer nachträgt und sonst nicht nachtragend ist, dann kann man noch so ein Vollkoffer sein, man wird doch Chefkoffer - wenn man das richtige Parteibuch hat." Deshalb müsse die Verwaltung gestrafft werden. Wenn auf 26 Wiener ein Gemeindebediensteter komme, sei das ein Zahlenverhältnis wie bei Kindergartenkindern und Betreuern.

Dabei zeigte sich Sonnleitner von der Zahl der Zuhörer gerührt: "Wer heute gekommen ist, ist offensichtlich wirklich jemand von meinen Freunden." Auf seine Einladung hätten schließlich unzählige Bekannten eine Dienstreise vorgeschützt: "Heute muss es in Schwechat irrsinnig zugegangen sein."

Auch Bucher für "Wahrheit und die Ehrlichkeit"

Bundesparteichef Josef Bucher zeigte sich überzeugt von einem guten Wahlergebnis am 10. Oktober: "Am Ende des Tages siegt immer die Wahrheit und die Ehrlichkeit." Deshalb habe man Sonnleitner zum Spitzenkandidaten gemacht: "Die, die Unterhaltung wollen, die gehen einen Kilometer weiter in den Prater." Auch der Wiener Parteichef Michael Tscharnutter sprach sich und den Anwesenden Mut zu: "Starten wir voll durch, wir schaffen alles - wir müssen nur fest davon überzeugt sein."

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