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Umfrage: Österreicher mit Tabakgesetz zufrieden

Umfrage oesterreicher Tabakgesetz zufrieden
(c) Clemens Fabry
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Drei Viertel halten das "Miteinander" von Rauchern und Nichtrauchern in Lokalen für zufriedenstellend. Raucher besuchen seit Inkrafttreten des Tabakgesetzes Gastronomiebetriebe seltener.

Laut einer Umfrage sind drei Viertel der Österreicher mit dem Nichtraucherschutz zufrieden. "Wir waren mit unserer (österreichischen, Anm.) Lösung auf dem richtigen Weg", sagte Helmut Hinterleitner, Obmann des Fachverbandes Gastronomie der Wirtschaftskammer Österreich bei der Präsentation der Ergebnisse am Montag. Prävention müsse weiter betrieben werden, "aber nicht auf dem Rücken der Gastronomie". Die Umfrage mit rund 400 Probanden über 15 Jahren wurde von der WKÖ beim Meinungsforschungsinstitut "market" in Auftrag gegeben.

Zu einer Schließung von Lokalen durch die Tabakgesetzgebung, die seit 1. Juli vergangenen Jahres voll in Kraft sei, wäre es nicht gekommen, so Hinterleitner. Umsatzeinbußen hätte es allerdings in jenen 70.000 Gastronomiebetrieben gegeben, in denen die Speisenverabreichung nicht im Vordergrund stehe: in Bars, Diskotheken und Beisln.

Werner Beutelmeyer, "market"-Geschäftsführer, stellte die Detailergebnisse der Umfrage von Ende 2010 vor, auch im Vergleich zu einer ähnlichen Umfrage im Jahr 2009:

- 74 Prozent der Bevölkerung halten das "Miteinander" von Rauchern und Nichtrauchern derzeit für "zufriedenstellen" oder "eher zufriedenstellend", 21 Prozent hingegen für "eher nicht zufriedenstellend" oder "gar nicht zufriedenstellend" (2009: 63 Prozent bzw. 20 Prozent).

- Ein Prozent der Raucher besuchen häufiger Gastronomiebetriebe, 66 Prozent gleich häufig, 33 Prozent seltener. Dafür gehen fünf Prozent der Nichtraucher jetzt öfter in Lokale, 78 Prozent gleich oft und 17 Prozent seltener.

- 72 Prozent der Bevölkerung haben vorgenommene Raumabtrennungen zwischen Raucher- und Nichtraucherbereichen wahrgenommen.

- 31 Prozent der Österreicher würden ein totales Rauchverbot in der Gastronomie in Österreich präferieren, 67 Prozent würde das "nicht vorziehen" (2009: 33 bzw. 63 Prozent). Für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie durch EU-Gesetzgebung wären demnach 32 Prozent der Menschen, 65 Prozent sind dagegen (2009: 39 bzw. 59 Prozent). Der verbliebene Rest der Befragten machte jeweils keine Angaben.

- Laut der Umfrage ist der Anteil der regelmäßigen Raucher an der Gesamtbevölkerung von 23 Prozent im Jahr 2009 auf 27 Prozent im Jahr 2010 gestiegen, jener der Gelegenheitsraucher von acht auf neun Prozent. Der Anteil der Nichtraucher sei von 69 auf 64 Prozent gefallen.

Der Wiener Umwelthygieniker Manfred Neuberger (MedUni Wien), der bei der Präsentation der Umfrage im Publikum anwesend war, bezweifelte nach der Veranstaltung die von "market" erhobenen Daten massiv: "Dies ist der übliche Versuch, durch Wiederholung manipulierter Umfrageergebnisse, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, bis es die Öffentlichkeit glaubt." Eine eigene mit fast 1600 Probanden in Wiener Lokalen durchgeführte Umfrage sowie eine Umfrage der MedUni Graz hätten zu ganz anderen Ergebnissen geführt.   

(APA)