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Drei Teams stiegen bei Tour de Suisse nach Todesfall aus

Tour de Suisse  im Gedenken an Gino Mäder
Tour de Suisse  im Gedenken an Gino MäderImago / Fotoreporter Sirotti Stefano
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Nach dem Bahrain-Rennstall verzichten auch die Teams Tudor und Intermarche auf das Finale des Radrennens. Grund ist der Todesfall von Gino Mäder.

Nach dem Bahrain-Rennstall des tödlich verunglückten Gino Mäder sind auch die Teams Tudor und Intermarche aus der Tour de Suisse ausgestiegen. Das gaben die Mannschaften am Samstag vor dem Start der vorletzten Etappe der Schweizer Radrundfahrt bekannt. Am Vorabend war vom Veranstalter nach Gesprächen mit der Familie Mäders, den Teams und Fahrern entschieden worden, das Rennen trotz der tragischen Ereignisse fortzusetzen.

Das Nichtantreten von Mäders Mannschaft war schon am Freitag festgelegt worden. Die bei Bahrain unter Vertag stehenden Österreicher Hermann Pernsteiner und Rainer Kepplinger waren in der Schweiz nicht am Start. Der in der Gesamtwertung zweitplatzierte Osttiroler Felix Gall aus dem AG2R-Team hatte angesichts der traurigen Umstände für einen Abbruch plädiert.

Mäder war am Donnerstag bei einem Sturz auf einer Hochgeschwindigkeitsabfahrt wenige Kilometer vor dem Ziel lebensgefährlich verletzt worden. Tags darauf verstarb der 26-Jährige im Krankenhaus. Die am Freitag geplante Etappe war daraufhin gestrichen worden, stattdessen erinnerte man bei einer Gedenkfahrt an Mäder.

Entschärftes Finale

Das 183,5 Kilometer lange siebente Teilstück am Samstag wird mit einem entschärften Finale aber gefahren, es führt von Tübach nach Weinfelden. Die Zeitmessung für die Gesamtwertung erfolgt aber schon 25 Kilometer vor dem Ziel und dem letzte. Um den Etappensieg geht es wiederum erst auf der Zielgeraden.

„Es ist eine schwierige Sache, es gibt sehr viele unterschiedliche Meinungen. Ich hoffe, dass man so zumindest den Stress ein bisschen reduzieren kann. Wer immer dann um den Etappensieg fahren will, kann das auch machen“, sagte Gall vor dem Start. Einen Kampf um Positionen im Gesamtklassement erwartet er nicht. Der nur acht Sekunden vor ihm führende Däne Matthias Skjelmose (Trek) und Weltmeister Remco Evenepoel (BEL/Soudal) würden sich genauso wenig nach Rennen fahren fühlen wie er, gab Gall nach Gesprächen mit den beiden an.

Die Teams Bahrain, Tudor und Intermarche sowie vier Fahrer aus anderen Mannschaften traten am Samstag nicht mehr an. „Unter diesen schwierigen Umständen haben wir das Gefühl, dass es die menschlichste Art ist, die Gefühle unserer Fahrer zu respektieren und Gino zu ehren“, begründete der Tudor-Rennstall von Fabian Cancellara seinen Rückzug. Auch die belgische Intermarche-Equipe äußerte sich ähnlich.

Die Rundfahrt endet am Sonntag mit einem Einzelzeitfahren von St. Gallen nach Abtwil, wenige Kilometer vom Geburtsort Mäders in Flawil entfernt.

(APA/dpa)

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