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Internationale Befreiungsfeier in Mauthausen

Internationale Befreiungsfeier Mauthausen
Überlebende bei der Befreiungsfeier im ehemaligen KZ Mauthausen(c) APA/RUBRA (RUBRA)
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In dem ehemaligen Konzentrationslager wurde der "Retterinnen und Retter" gedacht. Zahlreiche Überlebende kamen zur Feier, an der 10.000 Menschen teilnahmen.

Die diesjährige internationale Befreiungsfeier im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen ist am Sonntag im Zeichen der Retterinnen und Retter gestanden. Stellvertretend für sie führte die Mühlviertlerin Anna Hackl, deren Familie geflohenen KZ-Insassen Unterschlupf gewährt hatte, den Gedenkzug an. Die Veranstalter zählten mehr als 10.000 Teilnehmer.

Zahlreiche Überlebende und internationale Delegationen waren zu der Feier gekommen. Das offizielle Österreich wurde durch Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ), den Zweiten Nationalratspräsidenten Fritz Neugebauer (ÖVP), die Minister Gerald Klug und Alois Stöger, Staatssekretär Josef Ostermayer (alle SPÖ), Nationalratsabgeordnete sowie Mitglieder der Oberösterreichischen Landesregierung und des Landtages vertreten.

"Wir gedenken heuer ganz besonders jener aufrechter, mutiger Frauen und Männer, die der menschenverachtenden Diktatur der Nationalsozialisten Widerstand leisteten", erklärte Moderatorin Mercedes Echerer einleitend. "Es waren nichts als gewöhnliche Menschen", so der Vorsitzende des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), Willi Mernyi, über die Retter. Er berichtete vom "wahrscheinlich extremsten Fall von zivilem Mut" und davon, dass zwei Drittel der Helfer Frauen waren. Zivilcourage - "Hinschauen statt Wegschauen" - sei im Gedenken besonders wichtig, betonte Mernyi. Zuvor war an den Widerstandskämpfer, Schutzbundführer und sozialdemokratischen Landesparteisekretär Richard Bernaschek erinnert und ein ökumenischer Wortgottesdienst gefeiert worden.

Im Februar 1945 waren bei der sogenannten Mühlviertler Hasenjagd mehr als 500 geflohene Häftlinge gejagt worden. Nur von etwa einem Dutzend Menschen ist bekannt, dass sie überlebt haben. Zwei davon waren russische Kriegsgefangene, die Anna Hackls Familie unter Gefahr für das eigene Leben auf ihrem Bauernhof versteckte.

In Mauthausen und seinen 49 Nebenlagern hielten die Nationalsozialisten rund 200.000 Menschen aus 70 Nationen gefangen. Geschätzte 90.000 überlebten diese Vernichtungsmaschinerie nicht.

(Red.)