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Is se bomb schu redi?

Mein Gott, jetzt wurde also auch Werner Faymann Opfer der NSA. „Verdacht: Merkel-Anrufe an Faymann abgehört“, schlagzeilte eine Österreich-Boulevardzeitung.

Mein Gott, jetzt wurde also auch Werner Faymann Opfer der NSA. „Verdacht: Merkel-Anrufe an Faymann abgehört“, schlagzeilte eine Österreich-Boulevardzeitung.

Das ist natürlich ein ungeheurer Skandal, eine regelrechte Schweinerei, wie wir Österreicher sagen. A swinishness, liebe Mitleser von der NSA!

Ist euch also unser Bundeskanzler nicht wichtig genug, um ihn direkt abzuhören? Muss Werner Faymann erst mit der deutschen Kanzlerin telefonieren, damit auch er in die Abhörmaschinerie der NSA gerät? Das ist eine Geringschätzung unserer Politik, die eigentlich rechtfertigen würde, dass Michael Spindelegger (hallo, NSA, schon einmal gehört den Namen?!) die neue US-Botschafterin sofort ins Außenamt zitierte.

Vielleicht muss Faymann einfach an den Inhalten seiner Telefonate arbeiten. Die NSA lauscht ja auch nach bestimmten Stichworten. Also beim nächsten Anruf zu Hause nicht mehr sagen: „Hallo, ich bin's, Werner. Wann sind die Knödel fertig?“ Sondern besser: „Sis is Wörna. Is se bomb schu redi?“ Wäre ja gelacht, wenn wir die Amis nicht dazu bringen, unseren Bundeskanzler abzuhören.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.10.2013)