Hirt on Management

Was Manager von der stoischen Philosophie lernen können

Der Kopf einer zwischen 161 und 165 nach Christus gefertigten Statue des römischen Kaisers Mark Aurel steht nahe seinem Fundort im südtürkischen Sagalassos.
Der Kopf einer zwischen 161 und 165 nach Christus gefertigten Statue des römischen Kaisers Mark Aurel steht nahe seinem Fundort im südtürkischen Sagalassos.APA / Comyan / A9999 Bruno Vandermeulen
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Kolumne "Hirt on Management": Folge 212. Führungserkenntnisse aus einer Philosophie, die den mächtigsten Mann der Welt inspiriert hat.

Die stoische Philosophie ist eines der wichtigsten und wirkungsvollsten praktischen, philosophischen Systeme, die wir kennen.

Sie ist in der griechischen Antike entwickelt und in der römischen Antike weiterentwickelt worden.

Einer ihrer berühmtesten Anhänger, war der römische Kaiser Marc Aurel, der damals mächtigste Mann der Welt.

Die stoische Philosophie wird immer wieder als ideal für Menschen der Tat und für Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen angesehen und ist daher höchst interessant für Managerinnen und Manager.

Die stoische Philosophie umfasst eine Vielzahl von Grundsätzen, aber hier sind die zehn wichtigsten, jeweils mit einer kurzen Erläuterung:

  1. Achtsamkeit für das Hier und Jetzt: Stoiker betonen die Bedeutung des gegenwärtigen Moments. Sie glauben, dass wir unsere Energie nicht mit Sorgen um die Vergangenheit oder die Zukunft verschwenden sollten, sondern im Hier und Jetzt leben sollten.
  2. Selbstkontrolle: Stoiker glauben an die Kontrolle über unsere eigenen Reaktionen und Emotionen. Selbstbeherrschung ist der Schlüssel zur Bewältigung von Herausforderungen und zur Vermeidung impulsiver Entscheidungen.
  3. Akzeptanz von Schicksal und Natur: Stoiker akzeptieren, dass es Dinge gibt, die außerhalb unserer Kontrolle liegen. Sie ermutigen dazu, das Schicksal und die Natur anzunehmen, anstatt dagegen anzukämpfen.
  4. Vernunft und Logik: Stoiker setzen auf die Kraft der Vernunft und Logik, um kluge Entscheidungen zu treffen. Sie glauben, dass Emotionen vernünftigen Überlegungen nicht im Wege stehen sollten.
  5. Tugendhaftes Leben: Tugenden wie Weisheit, Gerechtigkeit, Mäßigung und Tapferkeit stehen im Mittelpunkt stoischen Denkens. Ein tugendhaftes Leben zu führen, wird als höchstes Gut angesehen.
  6. Lebensstil in Einklang mit der Natur: Stoiker streben nach einem Lebensstil, der im Einklang mit der Natur steht. Dies bedeutet, dass sie sich anpassen und die Naturgesetze respektieren.
  7. Weniger ist mehr: Stoiker praktizieren häufig eine bescheidene Lebensweise und sind nicht an materiellen Besitztümern oder Luxusgütern gebunden. Sie schätzen einfache Freuden.
  8. Unabhängigkeit von äußeren Umständen: Stoiker betonen die Unabhängigkeit von äußeren Umständen für das persönliche Glück. Sie glauben, dass wahres Glück von innerer Gelassenheit abhängt.
  9. Empathie und Mitgefühl: Stoiker erkennen die Bedeutung von Empathie und Mitgefühl an und betonen, dass wir unseren Mitmenschen Verständnis und Unterstützung entgegenbringen sollten.
  10. Selbstreflexion und Kontinuierliche Verbesserung: Stoiker praktizieren regelmäßige Selbstreflexion und arbeiten kontinuierlich an ihrer persönlichen Entwicklung. Sie streben nach Weisheit und Selbstverbesserung.

Das Wichtigste in Kürze

Managerinnen und Manager können von der stoischen Philosophie wichtige Prinzipien für ihren beruflichen Erfolg und ihre persönliche Entwicklung ableiten. Die Stoiker lehren Gelassenheit und Selbstkontrolle inmitten von Widrigkeiten. Dies ist besonders relevant im hektischen Geschäftsumfeld, in dem es oft unerwartete Herausforderungen gibt und in unserer turbulenten, von Multikrisen geprägten Welt.

In der nächsten Kolumne beschäftigen wir uns mit der Frage, was Managerinnen und Manager von Karl dem Großen lernen können.

In „Hirt on Management“ beantwortet Michael Hirt, Managementexperte und -berater, Executive Coach, Keynote Speaker und Buchautor alle 2 Wochen Fragen von ManagerInnen zu herausfordernden Situationen und kritischen Managemententscheidungen.

Schicken Sie Ihre Fragen an Michael Hirt an: karrierenews@diepresse.com

Die Fragen werden anonymisiert beantwortet.

Ausblick: Die nächste Kolumne von Michael Hirt erscheint am 16. November 2023 zur Frage: Von Karl dem Großen für die Unternehmensführung lernen

Ausblick: Die nächste Kolumne von Michael Hirt erscheint am 2. November 2023 zum Thema: Stoische Philosophie für Manager*innen.

Hier finden Sie die gesammelten Kolumnen.

Michael Hirt ist Managementexperte und -berater, Executive Coach, Keynote Speaker und Buchautor. Hirt verhilft Führungskräften zu außergewöhnlichen Leistungs- und Ergebnissteigerungen, mit hoher Auswirkung auf den Erfolg ihres Unternehmens. Er studierte in Österreich, den USA (Harvard LPSF) und Frankreich (INSEAD MBA) und ist weltweit tätig.

Gastkommentare und Beiträge von externen Autoren müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.


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