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Gedämpfte Stimmung in New York: 7000 Polizisten, Buhrufe für Bin Laden

Scharfschützen und Strahlenmeßgeräte: Die Neujahrsfeiern auf dem Times Square in New York haben ihr Gesicht gewandelt.

NEW YORK (wg/ag.). In den USA ist nichts mehr so wie früher. Die diesjährige Silvesterfeier auf dem berühmtesten Platz New Yorks war mehr patriotische Zusammenkunft als ausgelassene Party. Über den Gemütern der Menschen, die sich trotz der eisigen Kälte eingefunden hatten, hing der Schatten des Terrors. Nach Schätzungen der Polizei wurde die Besucherzahl des Vorjahres - 500.000 Menschen - nicht erreicht.

"Dieses Jahr sollte es eigentlich mehr Kerzen als Bier geben", brachte Greg Packer, Tourist aus Huntington im Staat New York, die Stimmung auf den Punkt. Wie selten zuvor schmiedet das amerikanische Nationalgefühl die Massen zusammen. "Das ist unsere Antwort an die Bin Laden dieser Welt", sagte Sophie Schuster, eine Lehrerin aus Brooklyn. "Diese Party ist eine Sache der Ehre. New York läßt sich nicht einschüchtern."

FBI hält Wache

Einschüchtern nicht, aber niemand kann sich mehr so sicher sein: Darum waren auch 7000 Polizisten und FBI-Beamte aufgeboten worden, mehr als doppelt so viele wie gewöhnlich. Auf den Dächern waren Scharfschützen postiert, mobile Metall- und Strahlungsdektoren im Einsatz. Um sechs Uhr abends läuteten die Glocken von mehr als 100 Kirchen und Synagogen die Feiern ein. Wann immer die riesigen Fernsehmonitore am Times Square Bilder des Terrorfürsten Osama Bin Laden zeigten, schwollen Wellen von Buhrufen aus der Menge an.

Der riesige, 500 Kilo schwere Kristallball, der seit 1907 in den Sekunden vor Mitternacht auf den Platz "herabschwebt", war für die Feiern umgestaltet worden: Die Namen aller Polizei- und Feuerwehrreviere, die am 11. September Opfer zu beklagen hatten, waren eingraviert worden, ebenso die Flugnummern der Katastrophenflugzeuge .

Für Rudolph Giuliani war es die letzte Party als New Yorker Bürgermeister. Kurz nach Mitternacht übergab er das Amt an Nachfolger Mike Bloomberg.