Schnellauswahl

Handy-Ortung: In britischen Einkaufszentren ganz normal

(c) AP (Andy Barron)
  • Drucken

Mr. Anonym gibt es in Einkaufszentren in England nicht mehr: Kunden werden über ihr Handy geortet und ihre Bewegungen aufgezeichnet. Ein sehr effizientes Marktforschungsinstrument.

Handys sind sehr kontaktfreudige Geräte. Sie suchen immer nach dem nächsten Sender, indem sie permanent Signale "in die Gegend" aussenden. Diese Signale können von geeigneten Geräten aufgefangen und zugeordnet werden. Denn jedes Mobiltelefon hat eine eigene IMEI-Nummer (International Mobile Equipment Identifier). Über diese Nummer werden auch Anrufe, Kurznachrichten etc. dem richtigen Empfänger zugeordnet.

Britische Einkaufszentren machen sich diese technische Tatsache auch zur Marktforschung zu Nutze, wie die britische Tageszeitung "Times" berichtet. Über viele Empfänger kann die Route jedes einzelnen Kunden genau nachverfolgt werden. So kann zum Beispiel erhoben werden, in welcher Reihenfolge die verschiedenen Geschäfte und Abteilungen besucht werden oder vor welchen Auslagen die Kunden am längsten verweilen.

Erste Anwendung: Deutsche Schilder

Die Manager des Einkaufszentrums Gunwharf Quays stellten zum Beispiel mit dieser Methode fest, dass relativ viele ihrer Kunden aus Deutschland stammen. Denn die IMEI-Nummer für Handys gibt auch Auskunft über das Land, in welchem die SIM-Karte registriert ist. Als Konsequenz stellte Gunwaharf zusätzliche Hinweisschilder in deutscher Sprache im Parkhaus auf.

Datenschützer sehen kein Problem

Der naheliegende Verdacht der Datenschutzverletzung sei aber völlig unbegründet, betont eine Sprecherin von Path Intelligence, dem Hersteller der Ortungsgeräte. Denn es sei "absolut unmöglich, die gesammelten Informationen einer bestimmten Person zuzuschreiben". Auch der britische Datenschutzbeauftragte Richard Thomas sieht derzeit kein Problem. Sein Sprecher erklärte aber, dass es beunruhigend wäre, wenn "diese Technik zusammen mit anderen Systemen zum Einsatz käme [...], um detaillierte Profile über Individuen und ihre Einkaufsgewohnheiten erstellen" (Red.)