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Blackout-Simulation am Computer

Wie zuverlässig funktioniert die Stromversorgung? Ob das Netz überlastet ist und die Gefahr eines Ausfalls droht, können Simulationen zeigen.

Im Rahmen des „BlackÖ.2“-Projekts führen Forscher Zuverlässigkeitsrechnungen über das österreichische Übertragungsnetz durch: Das ist das übergeordnete Stromnetz, das den weiträumigen Energietransport sicherstellt und die lokalen Verteilnetze speist.

„Dabei werden Ausfälle an einem oder mehreren elektrischen Betriebsmitteln berücksichtigt“, erklärt Hans Peter Vetö vom Institut für Energiesysteme und elektrische Antriebe der TU Wien. Betriebsmittel sind etwa Freileitungen, Umspanner oder Leistungsschalter. „Für jeden Ausfall wird eine Lastflussberechnung durchgeführt und analysiert, ob Grenzwertverletzungen vorliegen. Danach wird das Szenario einer Wiederversorgung durchgespielt“, so Vetö. „Das gesamte Netzmodell besteht aus mehr als 6000 Netzknoten, über 1000 Transformatoren und über 5000 Leitungen.“

Mitaufgenommen werden auch statistische Daten über die Ausfallswahrscheinlichkeit einzelner Elemente. Die Rechenzeit für eine Simulation, die alle Ausfälle berücksichtigt, beträgt etwa 56 Stunden auf einem leistungsfähigen Standard-PC.

Ausfälle im Randnetz, also im Ausland, werden in der Simulation allerdings nicht berücksichtigt, so Vetö: „Aus rechtlichen Gründen ist es kaum möglich, dass wir ein vollwertiges reales Netzmodell für das Randnetz bekommen.“ Auch der verstärkte Einsatz von erneuerbaren Energien wirft Fragen auf: „Gerade die Veränderlichkeit von Wind und Fotovoltaik wird mit zunehmender installierter Leistung ein Problem.“ Insbesondere sei der Trend zu immer mehr Erneuerbaren und immer weniger regelbaren Kraftwerken (z. B. kalorischen Kraftwerken)als besorgniserregend einzustufen – unter dem Gesichtspunkt der fehlenden Speicher im Hinblick auf die Versorgungssicherheit.

„Maß und Ziel vonseiten der Politik zum Thema Erneuerbare sollten realistisch und konsistent sein, um eine gewisse Planungssicherheit aufseiten der Netzbetreiber zu haben“, so Vetö. (rk)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.09.2014)