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Transfernervenkrieg in der Premier League

APA (Archiv/epa)
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Manchester City schnappte Chelsea in letzter Minute für 40 Millionen Euro Robinho weg. Manchester United erwarb für 37,9 Mio. Euro Berbatow.

Der Transfermarkt in der Premier League blieb bis zum Schluss spannend. Die bemerkenswertesten Wechsel tätigten die zwei Vereine aus Manchester. City kaufte für umgerechnet 40 Mio. Euro von Real Madrid den brasilianischen Stürmer Robinho und Meister United erwarb für die Club-Rekord-Ablöse von 37,9 Mio. Euro von Tottenham Hotspur den bulgarischen Angreifer Dimitar Berbatow.

Citys Clubkasse hatte sich quasi über Nacht gefüllt, nachdem das von der Herrscher-Familie des Golfscheichtums Abu Dhabi gestützte Investment-Unternehmen "Abu Dhabi United Group for Development an Investment" (ADUG) den Verein des früheren thailändischen Premierministers Thaksin Shinawatra übernahm. Mit dem Robinho-Coup deuteten die neuen Eigner an, womöglich noch tiefere Taschen zu haben als Chelseas Besitzer, der russische Oligarch Roman Abramowitsch.

Robinho hatte noch am Sonntag in einer eigens einberufenen Pressekonferenz seinen Willen erklärt, künftig für Chelsea spielen zu wollen. "Die Tatsache, dass er das Angebot von City akzeptierte zeigt, dass er nicht aus sportlichen Gründen ging", zitierte der britische Sender BBC den Real-Präsidenten Ramon Calderon. Die Pikanterie des Transfers: Der Brasilianer könnte am 13. September sein Debüt für ManCity in der Premier League geben und dabei heißt der Gegner ausgerechnet Chelsea.

Der 24-Jährige, seit Wochen von den "Blues" aus London umworben, erhielt von Manchester City einen Vier-Jahres-Vertrag und soll pro Jahr 7,47 Mio. Euro und damit dreimal so viel wie in Madrid verdienen. "Ich bin völlig begeistert von der Chance, mit so einem unglaublichen Talent wie Robinho zu arbeiten. Es ist ein deutliches Statement unserer Ambitionen," äußerte sich City-Trainer Mark Hughes zu dem Deal, mit dem Chelsea FC bzw. dessen Trainer Luiz Felipe Scolari ein Schnippchen geschlagen worden war.

Dem neue Mehrheitsaktionär soll ManCity angeblich umgerechnet 249 Mio. Euro wert gewesen sein. Die neuen Eigner gaben gleich danach die neuen Direktiven bekannt. Demnach soll in der nächsten Saison der Meistertitel her und ein weiteres Jahr später die Champions League gewonnen werden. Citys jüngster Erfolg war die Liga-Cup-Trophäe 1976, und auf einen Meistertitel wartet der Club gar schon 40 Jahre.

Alles eitel Wonne war nach dem größten Transfernervenkrieg der Premier League letztlich auch in den Reihen von Citys Stadtrivalen United, nachdem der kleine Nachbar am Montag um den Poker für Berbatow eingestiegen war. "Das ist eine zentrale Verpflichtung für uns. Dimitar ist einer der besten und aufregendsten Stürmer der Welt", sagte der zufriedene ManU-Coach Alex Ferguson, der den Bulgaren persönlich im Bentley vom Flughafen Manchester abgeholt hatte.

Das Können und der Stil des 27-jährigen Teamkapitäns würde dem Club eine weitere Dimension geben, meint der Schotte, der mit Wayne Rooney und Carlos Tevez schon zwei explosive Stürmer in seinen Reihen hat. "Für mich wird ein Traum war. Ich will helfen, noch mehr Titel zu holten", sagte Berbatow, den die "Spurs" zuletzt aus dem Kader verbannt hatten. Für die Londoner hatte er in 102 Spielen 46 Tore erzielt.

(APA)