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Israel: "Viele Österreicher sehnen sich nach Drittem Reich"

The coffin is taken out of the cathedral during the funeral of late Austrian politican Joerg Haider,
(c) AP (Matthias Schrader)
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Die israelische Tageszeitung "Yedioth Anoroth" kritisiert das "pompöse" Begräbnis für Jörg Haider. Es beweise, dass "viele Österreicher nichts gelernt haben". Und indirekt, dass sich viele nach dem Dritten Reich zurücksehnen.

Für die auflagenstärkste israelische Tageszeitung "Yedioth Ahronoth" ist das "pompöse Begräbnis" für Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider der Beweis dafür, "dass sich Österreich nicht geändert hat". In einem Kommentar der englischsprachigen Online-Ausgabe des Blattes, "Ynetnews", wird behauptet, viele Österreicher sehnten sich nach wie vor nach dem Dritten Reich zurück.

"Österreicher haben nichts gelernt"

"Viele Österreicher haben wieder einmal unter Beweis gestellt, dass sie sich nicht geändert haben. Sie haben bewiesen, dass sie überhaupt nichts gelernt haben und dass sie gar nichts lernen oder sich verändern wollen", so die Meinung von "Ynet"-Autor Noah Klieger.

Ein Begräbnis wie für Könige

"Dem Mann, der bei mehr als einer Gelegenheit seinen Landsmann, den Führer des Deutschen Reiches, gerühmt hat, wurde ein Begräbnis beschert, wie es nur Könige oder Präsidenten erhalten..." Das Blatt weist auch darauf hin, dass an dem Begräbnis hunderte Politiker, darunter auch der Bundespräsident und der Bundeskanzler, teilgenommen haben.

"Stolze Veteranen mit Auszeichnungen"

Unter den tausenden trauernden und weinenden Österreichern habe es zahlreiche Veteranen des Zweiten Weltkriegs gegeben, "die stolz ihre Auszeichnungen zur Schau gestellt" hätten, die sie als "fanatische Diener des Reichs erhielten, das während der zwölf dunkelsten Jahre der Menschheitsgeschichte von ihrem Landsmann Adolf Hitler, geboren in Braunau am Inn, geführt wurde".

Erinnerung an den Anschluss

Das Blatt erinnert auch daran, dass am 10. April 1938 99,7 Prozent der Österreicher "Ja" zum "Anschluss" gesagt hätten. Zehntausende Österreicher seien damals in die Reihen der SS eingetreten und unter den "herausragendsten Juden-Mördern" gewesen.

Das Haider-Begräbnis habe wieder gezeigt, wie bereits der Ausgang der Nationalratswahl vor etwa zwei Wochen, dass sich viele Österreicher weiterhin nach der Zeit vor 70 Jahren zurücksehnten.

(APA)