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Strache: "Bin vielleicht der letzte Ritter des Abendlandes"

INTERVIEW MIT FPOe-BUNDESPARTEIOBMANN STRACHE
APA/ROBERT JAEGER
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Der Islam gehört laut FPÖ-Chef Strache nicht zu Österreich. Bei der Wien-Wahl peilt er ein Ergebnis von mehr als 30 Prozent an.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat am Sonntag sein Traum-Szenario für die Wien-Wahl 2015 geschildert: "Wer weiß, vielleicht gelingt der erste Platz. Wer weiß es?" sagte er in der ORF-"Pressestunde". Dort unterstrich der längstdienende Parteichef Österreichs auch, dass auch künftig nicht im Wiener Landesparlament sitzen will: "Ich bin ja Bürgermeisterkandidat und nicht Gemeinderatskandidat."

Dass Strache zumindest auf das Überspringen der 30-Prozent-Hürde beim Urnengang am 11. Oktober hofft, betont er schon lange. Platz eins für die Freiheitlichen dagegen hieße den Rücktritt von Wiens SPÖ-Chef und Bürgermeister Michael Häupl "noch am selben Abend" und ein "realpolitisches Umdenken in der Sozialdemokratie". Denn dass es für das Ende der von den Blauen beklagten "Ausgrenzung" vor allem von der SPÖ "andere Personen" brauche, hat Strache auch schon öfter erklärt. Jedenfalls hat Strache schon einige Pläne dafür, "wenn ich Bürgermeister werde".

"Islam gehört nicht zu Österreich"

Abgefragt wurden in der "Pressestunde" auch diverse Reizthemen, so etwa die Haltung der FPÖ zum Islam. Strache unterstrich einmal mehr, man habe kein Problem mit dem Islam, sondern mit dem radikalen Islamismus. Er ist aber der Ansicht, dass der islamische Glaube "weder historisch noch kulturell zu Österreich" gehöre. Das Kreuz wiederum ist für ihn ein "kulturelles Symbol" und stehe nicht für eine einzige Kirche. "Wenn Sie so wollen, bin ich vielleicht der letzte Ritter des Abendlandes", rückte er sich in eine heroische Position.

In der Debatte um die Lehrerarbeitszeit kann sich der FPÖ-Chef eine höhere Stundenverpflichtung durchaus vorstellen, allerdings nicht als isolierte Maßnahme. Mehr Zeit in der Klasse zu verbringen, wäre "wünschenswert", sagte er, "aber wir brauchen eine Reform, die kein Flickwerk ist".

Glühender Fan von ESC-Siegerin Conchita Wurst ist Strache weiterhin nicht, denn "man muss ja nicht alles idealisieren und toll finden". Und die Sager des Schlagersängers Andreas Gabalier (der sich um "Manderl, die auf Weiberl stehen" sorgte) hätten "nichts Homophobes": "Es steht ihm als Künstler zu, auch im Sinne der Freiheit der Kunst, eine Meinung zu haben und die zu äußern."

"Auch mir ist sexuelle Belästigung passiert"

Wenig Freude hat Strache auch mit den Plänen, sexuelle Belästigung im Strafrecht zu verankern: Das sei überschießend. "Auch mir ist schon sexuelle Belästigung passiert. In der Regel sagt man sehr klar, dass man das nicht wünscht, und dann hat man eine Ruhe."

Kritik von SPÖ und ÖVP

Weder SPÖ noch ÖVP haben Gefallen an den Ausführungen von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in der ORF-"Pressestunde" am Sonntag gefunden. Die Regierungsparteien kritisierten ihn in Aussendungen für mangelnde Inhalte und "Wehleidigkeit".

Letzteres kam von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos, der Strache im Fernsehen wieder nur "jammern" gehört haben will, "dass niemand ihn mitspielen lässt". Strache solle sich einmal überlegen, "ob es dafür nicht gute Gründe gibt", so der Rat aus der roten Parteizentrale an den blauen Chef.

ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel zeigte sich wenig überzeugt von Straches Wunsch, Bürgermeister zu werden: "Etwas sein zu wollen ist aber noch lange kein Programm." Strache solle sich "auf die Arbeit für ein vernünftiges Miteinander in unserem Land konzentrieren, statt rhetorisch zu zündeln und Vorurteile zu schüren".

(APA)