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Hundstorfers Slalom und eine heikle Nachfolge

Rudolf Hundstorfer.(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
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Kulisse Verschobene Hofburg-Ambitionen des Sozialministers und ein neuer Pensionssektionschef sorgen für Spannung.

Wo immer etwas los ist, ist er nicht weit: Sozialminister Rudolf Hundstorfer war am Mittwoch, als die Roten ÖVP-Obmann Schützenhöfer das Amt des Landeshauptmanns überließen, nicht nur bei Terminen im Rahmen eines Steiermark-Tages. Er konnte sich gleich bei seinem SPÖ-Parteikollegen Vizelandeshauptmann Siegfried Schrittwieser aus erster Hand über die Turbulenzen in der steirischen SPÖ informieren. Denn da war der Chefsessel, den seit 2005 Franz Voves im Land eingenommen hat, schon bei der ÖVP.

Dabei hat Hundstorfer in eigener Sache und im eigenen Haus in diesen Wochen genug um die Ohren. Im Herumkurven zwischen vier möglichen Karrierevarianten (Ministerverbleib, Hofburg-Kandidatur, Wiener Bürgermeister, Bundeskanzler) hat sich der Ex-ÖGB-Präsident selbst überdribbelt. Nachdem er lange Zeit versichert hat, sogar bis 2020 Sozialminister bleiben zu wollen, überraschte er selbst sein Umfeld vor wenigen Wochen, als er in der ORF-„Pressestunde“ zu einer möglichen Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten meinte, er sage nicht von vornherein Nein.

Diese Woche erklärte er dann im „Profil“, er bleibe bis 2018 Sozialminister. Im „ZiB 2“-Studio am Montag wand er sich darauf angesprochen und vertröstete, die SPÖ-Entscheidung falle erst heuer im Herbst. Sein Vorteil: Dann wird nach der Wien-Wahl klar sein, ob er als Nachfolger von Michael Häupl zum Zug kommt.

Hundstorfer spannt mit seinem Abwarten auch manche in seinem Ministerium bei einer wichtigen Personalentscheidung auf die Folter. Der Chef der Pensionssektion, Walter Pöltner, unter Schwarz-Blau im Dauereinsatz und von einigen in der SPÖ scheel angesehen, geht Ende Juni in Pension. Wer die Nachfolge antritt, ist wichtig, weil auf den neuen Sektionschef zu Beginn harte Monate und eine Bewährungsprobe zukommen. Die ÖVP will spätestens am 29. Februar 2016 weitere Pensionsreformen klären.

Als möglicher Kandidat gilt der von Hundstorfer vom Kabinettschef zum Generalsekretär aufgewertete Joachim Preiss. Gute Chancen werden aber auch Ministeriumsexperten Josef Bauernberger eingeräumt.

E-Mails an: karl.ettinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.06.2015)