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Datenverkehr: Superstandard 5G bis 2020

Inside An A1 Store, Operated By Telekom Austria AG, Ahead Of Full Year Earnings
Nach LTE kommt ZTE(c) Bloomberg (Lisi Niesner)
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Mobilfunkausrüster ZTE sieht sich als Wegbereiter. Das Tempo der Datenübertragung wird sich enorm erhöhen.

Wien. Die Zukunft des Datenverkehrs ist nicht mehr aufzuhalten – zumindest, wenn es nach dem Telekomausrüster und Handyproduzenten ZTE geht. Das Zauberwort heißt 5G: die neue, revolutionäre Generation für Mobilfunk und Datenverkehr soll in vier Jahren marktreif sein und dann LTE als neuen Stand der Technik ablösen.

Zwei chinesische Konzerne haben dabei die Nase vorn – Huawei und eben ZTE. „Wir leiten das Gremium für die Standardisierung“, berichtete ZTE-Österreich-Chef Alexander Schuster vor Journalisten. Dieser Prozess werde noch „zwei bis drei Jahre“ dauern. Schon jetzt gibt es Testläufe mit einer Vorstufe in einer Provinz in Südchina – und bald auch in Österreich, das der Konzern als europäischen Testmarkt ausgewählt hat. Ende des Jahres soll es erste Präsentationen geben.

 

Datenvolumen mal acht

Das Tempo der Datenübertragung wird sich enorm erhöhen: In der Vorstufe, die noch auf bestehenden Endgeräten funktioniert, auf rund 500 Megabit pro Sekunde. Beim „echten“ 5G sollen es dann sogar schwindelerregende zehn Gigabit pro Sekunde sein – rund 200-mal schneller als heutige LTE-Netze. Einen weiteren Vorteil von 5G sieht Schuster bei der Infrastruktur der Netze. Heute ist ein Sender für eine bestimmte Verbindung zuständig, künftig könnten sie mehrere Masten sicherstellen. Das sichere eine gleichmäßige Qualität. Für die Telekommunikationsanbieter erhöhe sich die Effizienz beim „knappen Gut der Frequenzen“. Auch 40 bis 50 Prozent der Energiekosten seien einzusparen.

Freilich wird bis 2020 auch die digitale Welt eine ganz andere sein: Der mobile Datenverkehr soll weltweit um das Achtfache anwachsen. Rund 90 Prozent des Volumens werden dann Videos sein. (gau)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.02.2016)