Verdienter Derbysieg für Rapid

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Rapid Wien hat die österreichische Fußball-Meisterschaft zumindest ansatzweise offengehalten.

Die Hütteldorfer entschieden das 317. Wiener Derby gegen die Austria am Sonntag völlig verdient mit 1:0 (0:0) für sich und liegen damit weiter sechs Punkte hinter Spitzenreiter Red Bull Salzburg. Das Goldtor vor 26.200 Zuschauern im Ernst-Happel-Stadion erzielte der Spanier Tomi (58.).

Während Rapid eine Negativserie von zuletzt fünf Spielen ohne Sieg beendete, kassierte die Austria ihre dritte Niederlage in Folge. Fünf Spiele sind die mutlos wirkenden Favoritner bereits sieglos. Der Vorsprung des Tabellendritten auf die Verfolger Sturm Graz und Admira im Kampf um einen Europacup-Startplatz beträgt nur noch zwei bzw. drei Punkte. Fünf Runden sind bis Saisonschluss noch zu spielen.

Rapid-Trainer Zoran Barisic bewies mit Tomi ein gutes Händchen. Der 31-Jährige, der als Solospitze erneut den Vorzug gegenüber Matej Jelic erhalten hatte, traf auch in seinem vierten Pflichtspieleinsatz für Rapid von Beginn an, seinem dritten in der Liga. Tomi war glücklich an den Ball gekommen, nachdem Louis Schaub einen missglückten Abschlag von Alexander Grünwald geblockt hatte, und behielt vor ÖFB-Teamgoalie Robert Almer die Nerven.

Die Grün-Weißen waren aber auch die engagiertere Mannschaft. Austria-Coach Thorsten Fink ließ den zuletzt von leichten Knieproblemen geplagten Stürmer Lary Kayode vorerst auf der Bank - möglicherweise auch im Hinblick auf das Cup-Halbfinale am Mittwoch in Salzburg. Sein Vertreter Kevin Friesenbichler, der im Oktober das bisher letzte Derby im Happel-Stadion entschieden hatte (2:1), machte aber keinen Stich.

Bei Rapid bildeten Christopher Dibon und der wiedergenesene Maximilian Hofmann die Innenverteidigung. Routinier Mario Sonnleitner saß nur auf der Bank. Die Außenbahnen besetzten nach der Verletzung von Stefan Stangl, der bis Saisonende ausfällt, Mario Pavelic und Stephan Auer.

Die Austria stand vor der Pause enorm tief, strahlte überhaupt keine Gefahr aus. Rapid diktierte das Geschehen und kam vor allem mit Florian Kainz über die linke Seite immer wieder zu Szenen. Ein erster Schuss von Stefan Schwab bereitete Almer keine Probleme (2.). Ein Kainz-Volley nach Tomi-Zuspiel mit dem Oberkörper ging neben das Tor (16.).

Die beste Gelegenheit vor der Pause fand Steffen Hofmann vor. Der Abschluss des Rapid-Kapitäns aus halblinker Position fiel aber schlecht aus (21.). Rapid belohnte sich für den hohen Aufwand auch in der Schlussphase der ersten Hälfte noch nicht. Ein Schuss von Schwab ging am kurzen Eck vorbei (44.), Tomi verfehlte nach einem Steffen-Hofmann-Eckball das lange (45.+2).

Nach Seitenwechsel schlenzte erst Auer den Ball vom Strafraumeck an die Querlatte (50.), ehe Tomi zuschlug. Kurz davor hätte Roi Kehat auf der Gegenseite nach einem leicht abgefälschten Schuss von Marco Meilinger, den Rapid-Torhüter Richard Strebinger nach vorne abprallen ließ, beinahe völlig entgegen dem Spielverlauf zur Führung abgestaubt - die einzige Austria-Chance des Spiels (53.).

Auch Kayode konnte nach seiner Einwechslung (57.) nichts Entscheidendes mehr bewirken. Die Austria ist mittlerweile bereits vier Spiele ohne Torerfolg. Der bisher letzte Treffer gelang am 13. März gegen Sturm Graz (1:1) - vor 386 Bundesliga-Minuten. Rapid dagegen erzielte im elften Derby in Folge einen Treffer - die längste diesbezügliche Serie seit 1985-1988.

Obwohl der eingewechselte Jelic (76.) und Kainz im Konter (85.) noch Torchancen liegen ließen, gelang den Hütteldorfern der erste Ligasieg seit Anfang März (3:0 gegen Mattersburg). Zudem entschied Rapid drei von vier Duellen mit der Austria für sich. Im 317. Stadtduell gab es bemerkenswerterweise nicht einmal eine Gelbe Karte.

(APA)

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