Griss: "Habe Van der Bellen gewählt"

Griss: "Habe Van der Bellen gewählt"
Griss; Van der BellenAPA/GEORG HOCHMUTH

Van der Bellen stehe für Weltoffenheit, erklärt die gescheiterte Hofburg-Kandidatin in einer gemeinsamen Pressekonferenz. Als Wahlempfehlung will sie den Auftritt aber nicht verstanden wissen.

Irmgard Griss hat ihre Stimme für die Bundespräsidenten-Stichwahl bereits abgegeben, und sie hat Alexander Van der Bellen gewählt. Das gab sie am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ehemaligen Grünen-Chef bekannt. Als Wahlempfehlung wolle sie das aber nicht verstanden wissen, sagte die im ersten Wahlgang gescheiterte Hofburg-Bewerberin: "Beide Kandidaten sind wählbar."

Für sie persönlich seien Weltoffenheit, eine konstruktive Mitarbeit in der EU und eine unabhängige Amtsführung wichtig. "Meine Einschätzung ist, dass Herr Van der Bellen diesen Kriterien besser gerecht wird als Herr Hofer", betonte Griss.

Bisher hatte die Juristin die Frage, wen sie bei der Stichwahl am Sonntag wählen werde, stets mit einem Verweis auf das Wahlgeheimnis beantwortet. Dass sie nun an die Öffentlichkeit gehe, begründete Griss mit Anfragen ihrer Wähler. In den letzten Tagen hätten sie viele Menschen angesprochen, die nicht wüssten, was sie jetzt machen sollen, oder die gar nicht zur Stichwahl gehen wollen. "Diese Äußerungen sind der Grund, warum ich heute da bin." Sie ersuche ihre Anhänger, zur Wahl zu gehen und nicht ungültig abzustimmen.

Van der Bellen: "Verbindende vor das Trennende stellen"

Van der Bellen zeigte sich erfreut über Griss' Erklärung und lobte ihre "großartige Leistung" im Wahlkampf. Er appelliere an ihre Wähler, "sich gut zu überlegen, wer jetzt das Gesicht Österreichs nach außen und innen sein soll." Es sei seine feste Absicht, das Verbindende vor das Trennende zu stellen und auch die Vorstellungen jener Menschen, die mit ihm "nicht so viel anfangen können", zu vertreten.

Im ersten Wahlgang am 24. April hatte Griss als unabhängige Kandidatin 18,9 Prozent erreicht. FPÖ-Kandidat Norbert Hofer kam auf 35, Van der Bellen auf 21,3 Prozent.