Schnellauswahl

Patt bei der Hofburg-Stichwahl

Van der Bellen und Hofer
Van der Bellen und HoferAPA/HARALD SCHNEIDER
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Die Auszählung der Stimmen brachte am Sonntag keine Entscheidung zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer. Erst rund 885.000 Wahlkarten werden am Montag Klarheit schaffen.

Das vorläufige amtliche Ergebnis der Stichwahl zur Bundespräsidentenwahl, das am Sonntagabend veröffentlicht wurde, sieht Norbert Hofer mit 51,9 Prozent gegenüber 48,1 Prozent für Alexander Van der Bellen voran. Das sind 144.006 Stimmen. Allerdings sind hier die Briefwahlstimmen noch nicht miteingerechnet. Und in der Hochrechnung des Sora-Instituts für den ORF, in der diese Briefwahlstimmen inkludiert sind, läge Van der Bellen am Ende mit rund 3000 Stimmen voran. Bei einem Prozentsatz von 50:50.

Die Auszählung der rund 885.000 ausgegebenen Wahlkarten wird heute, Montag, bis in den späten Nachmittag dauern. Mit einem offiziellen Endergebnis wird zwischen 17 und 19 Uhr gerechnet.
Die bessere Bewertung für Van der Bellen bei den Briefwählern rührt daher, dass die Grünen bei diesen bisher stets überproportional besser abgeschnitten haben als die Freiheitlichen. Allerdings: Beim ersten Wahlgang für diese Bundespräsidentenwahl schlug sich der freiheitliche Kandidat überraschend gut. Norbert Hofer kam auf 136.832 Stimmen. Alexander Van der Bellen erreichte 150.042 Stimmen bei den Briefwählern.

„Too close to call“ am Sonntagabend

„Too close to call“ also – wie die US-Amerikaner das bei ihren Präsidentschaftswahlen nennen. Das Momentum war am Ende eher bei Alexander Van der Bellen, der aufholen musste und auch aufgeholt hat. Auch im Laufe das Wahlsonntags. Die Arge Wahlen war zwischenzeitlich schon davon ausgegangen, dass Hofer eigentlich nicht mehr einzuholen sei. Doch wieder einmal waren es die Ergebnisse in den großen Städten, allen voran in Wien, die eine Wende brachten. Alle Landeshauptstädte außer Eisenstadt wählten Van der Bellen. In Wien machte der frühere Grünen-Chef mit 61,16 Prozent (ohne Briefwahl) den meisten Boden gut. Das Stadt-Land-Gefälle war offensichtlich.

Von den übrigen Bundesländern holte sich Alexander Van der Bellen vorerst nur Vorarlberg. Tirol und Oberösterreich könnten nach Auszählung der Wahlkarten noch hinzu kommen. Die übrigen Länder gingen recht klar an Norbert Hofer.

Gegner zollten einander Respekt

Die beiden Gegner, selbst überrascht vom Wahlausgang, zollten einander Respekt. Van der Bellen lobte die eigene Aufholjagd. Hofer beklagte, dass man alle anderen gegen sich gehabt habe. Sollte er gewinnen, versprach Van der Bellen, werde er dem Ausland erklären, dass in Österreich nicht fünfzig Prozent eine „rechtsextreme“ Partei gewählt hätten, das sei nämlich Unsinn. Hofer meinte, wenn man in die Politik gehe, müsse man solche Zuschreibungen eben aushalten, auch wenn sie falsch seien. Er würde jedenfalls jener konsensuale Politiker bleiben, der er bisher schon als Dritter Nationalratspräsident gewesen sei. (oli)

 

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