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Einreiseverbot für Russlands Kandidatin bei Song Contest in Ukraine

Julia Samoilowa
Julia Samoilowa(c) imago/ITAR-TASS (imago stock&people)
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Russlands Kandidatin für den Song Contest darf nicht in das Gastgeberland Ukraine einreisen. Denn sie war zuvor auf der Krim aufgetreten - aus Sicht der Ukraine illegalerweise.

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat nun endgültig auch den Eurovision Song Contest erreicht: Der ukrainische Geheimdienst SBU hat Russlands Teilnehmerin Julia Samoilowa (auch Yulia Samoilova) für den Eurovision Song Contest (ESC) 2017 die Einreise verboten. Dadurch kann die Sängerin nicht beim 62. ESC Mitte Mai in Kiew auftreten. Sie dürfe für drei Jahre nicht in die Ukraine einreisen, sagte Geheimdienstsprecherin Jelena Gitljanskaja.

Die Entscheidung sei aufgrund von früheren Verstößen gegen ukrainische Gesetze getroffen worden, berichtet die Agentur Interfax. Anlass ist ein aus ukrainischer Sicht illegaler Auftritt der Sängerin auf der Halbinsel Krim, die Russland 2014 annektiert hatte.

Reisen auf die Krim über Russland sind seit der Annexion von ukrainischer Seite verboten und werden mit einer mehrjährigen Einreisesperre geahndet. Die Sängerin dürfte so eingereist sein.

Erst hatte es Spekulationen über Russlands Teilnahme am diesjährigen Musikwettbewerb gegeben, nach Bekanntgabe der Teilnehmerin kam prompt die Meldung, dass der ukrainische Geheimdienst den früheren Auftritt Samoilowas überprüfen werde. 

Die 27-jährige Samoilowa, die im Rollstuhl sitzt, war von Kanal Eins ohne eine Publikumsabstimmung zur russischen ESC-Teilnehmerin bestimmt worden. Bereits vor der Bekanntgabe des Einreiseverbots gegen die Sängerin drohte Russland mit einem Boykott des ESC.

Empörung über Sieg einer Krimtatarin

2016 hatte der russische Sänger Sergej Lasarew beim ESC in Stockholm den dritten Platz belegt. Für die Ukraine siegte die krimtatarische Sängerin Jamala mit dem Song "1944", der sich als Kritik an der Unterdrückung ihres Volkes durch Russland verstehen ließ. Das russische Publikum war empört. Texte, Ansprachen und Gesten politischer Natur sind während des Contests eigentlich untersagt. Dies gilt ebenso für die Texte wie für die Bühnenshow.

Die Halbfinale des ESC 2017 finden am 9. und 11. Mai in der ukrainischen Hauptstadt Kiew statt, das Finale am 13. Mai. Österreichs heuriger Kandidat für den Eurovision Song Contest, Nathan Trent, singt "Running on Air".

(APA/dpa)