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Blitze von Aliens am Himmel?

Die Erde vom Weltall.
Die Erde vom Weltall.REUTERS
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Bisher unerklärte Strahlung aus den Tiefen des Alls könnte fremden Zivilisationen dazu dienen, Raumschiffe anzutreiben.

Im Jahr 2007 kam Radioastronomen etwas vor Augen, was sie noch nie gesehen hatten, ein extrem kurzes, extrem energiestarkes Signal aus Milliarden Lichtjahren Entfernung: Für Millisekunden überstrahlte es die ganze Galaxie, aus der es kam, um das Tausendfache. Man fand einen Namen – Fast Radio Burst (FRB) oder auch Blitzar –, man fand bis heute 16 weitere solche Ereignisse, eine Erklärung fand man nicht.

Pulsare können es nicht sein, die strahlen mit viel weniger Energie und in regelmäßigen Perioden; kosmische Großereignisse wie Kollisionen von Galaxien oder Schwarzen Löchern können es auch nicht sein, die hätten andere Spektren – und von den 17 bekannten Signalen kamen zwei aus exakt der gleichen Region, dort kann es keine große Vernichtung gegeben haben. „Wir haben bisher keine natürliche Quelle identifizieren können“, schließt Avi Loeb, Theoretiker am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics: „Deshalb mag es lohnend sein, über einen künstlichen Ursprung nachzudenken.“

Der sieht in Loebs Szenario so aus, dass ferne Zivilisationen die Blitze ausschicken, um damit Raumsonden zu treiben: Am einen Ende wäre ein Sender, der Solarenergie in gerichtetes Licht umwandelt, seine Oberfläche müsste – für die beobachteten Energien – nach Loebs Kalkulation doppelt so groß wie die der Erde sein, nach den Gesetzen der Physik ginge das. Am anderen Ende könnte die ausgestrahlte Energie Segel treiben, die ihrerseits Lasten von Millionen Tonnen ziehen.

Ganz absurd ist das nicht: Die erste interstellare Mission von der Erde aus – zu Proxima Centauri – soll durch einen solchen Antrieb auf den Weg gebracht werden. Und die Astrophysical Journal Letters haben die Publikation angenommen (vorläufig steht sie auf arXiv:1701.01109v2). (jl)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.04.2017)