Wie viel Quadratmeter Wohnung bekommt man für ein Monatsgehalt?

Wohnungen in Wien(c) Clemens Fabry

Grafik Die Arbeitszeit, die man für eine eigene Wohnung im Heimatland aufbringen muss, ist höchst unterschiedlich. Wien liegt dabei im europäischen Mittelfeld.

Selbst in der deutschen "Zeit" sind die Wiener Immobilienpreise ein Thema geworden. Die Stadt wächst jährlich um 30.000 Einwohner, bräuchte jedes Jahr um 15.000 Wohnungen mehr, doch der Wohnbau kann mangels klammer Staatskassen und schwindenden Flächen mit der Nachfrage nicht mithalten. Wie dramatisch die Preis selbst in den Außenbezirken gestiegen sind, veranschaulicht der Stadtteil Essling. Im 22. Bezirk an der Grenze zum Marchfeld kostete 1990 ein Quadratmeter 27 Schilling, also nicht einmal zwei Euro. Heute zahlt man 450 Euro. Laut dem RE/MAX Europe Houseing Report 2017 kann sich ein Wiener für seinen Monatslohn gerade einmal 0,58 Quadratmeter Wohnraum leisten.

Wie lange man für seine eigene Wohnung arbeiten muss, ist in Europa höchst unterschiedlich. Wien liegt dabei im Mittelfeld.

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Am meisten Wohnfläche bekommt man für sein Geld in Edinburgh mit immerhin 1,3 Quadratmetern für ein lokales Durchschnittsgehalt.

Als Datenbasis dienten die von Remax Europe gesammelten Quadratmeterpreise für Wohnungen in den jeweiligen Hauptstädten und die von der EU (Eurostat) veröffentlichten durchschnittlichen nationalen Monatseinkommen.

Stadt-Land-Gefälle

Preisunterschiede bestehen naturgemäß auch zwischen Immobilien am Land und in den jeweiligen Hauptstädten - im europäischen Schnitt kostet ein Quadratmeter Wohnung in der Hauptstadt um 64 Prozent mehr als außerhalb. Es gibt aber Ausreißer nach oben: In Prag kostet eine urbane Wohnung das 2,8-Fache und in Paris das 2,7-Fache. In Österreich ist es den Angaben zufolge etwa nur das 1,2-Fache - ebenso in der Schweiz und in Portugal.

"Die Lage ist der entscheidende Preisfaktor und im Zentrum ist es am teuersten", so Remax-Europa-Geschäftsführer Michael Polzler. "Während sich in Ländern wie Deutschland die Agglomerationsgebiete weiter ausdehnen, ziehen Jugendliche in Italien bevorzugt in die Innenstädte, um die Wegzeiten zu reduzieren."

Angesichts der niedrigen Zinsen in nahezu allen europäischen Ländern und damit günstigen Krediten erwartet der Immobilienmakler Remax auch in den kommenden Monaten eine hohe Nachfrage und steigende Immobilienpreise - vor allem in den Städten.

Bis zu 13 Prozent Preisanstieg

2016 verteuerten sich Wohnungen und Häuser in Europa um bis zu 13 Prozent - etwa in Städten Deutschlands, Litauens und Luxemburgs. Doch auch am Land wurde Wohnraum teurer. Für Österreich und Estland rechnet Remax heuer mit einem weiteren Anstieg der ländlichen Häuserpreise von rund vier Prozent. Unverändert bleiben sollen die Preise dafür in Frankreich, Griechenland und der Schweiz.

Weiter nach oben zeigen der Einschätzung zufolge auch die Mieten in den meisten Ländern. Schon 2016 gab es hier für städtische Wohnungen in den Niederlanden, Rumänien und Spanien eine Verteuerung um 10 Prozent.

Der Beitrag der Immobilienwirtschaft zum Bruttoinlandsprodukt liegt in Österreich laut Remax bei neun Prozent und damit im Durchschnitt der 18 untersuchten europäischen Länder.

 

(APA)