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Rapid-Sportchef Bickel: "Hut ziehen, was Salzburg geleistet hat"

Fredy Bickel
Fredy BickelGEPA pictures
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Für Fredy Bickel sind die Erfolge des Meisters das Ergebnis langer Aufbauarbeit. Von öffentlichem "Red-Bull-Bashing" hält der Schweizer wenig.

Die Rivalität zwischen den beiden Sonntag-Kontrahenten Rapid und Red Bull Salzburg zählt zu den größten, die Österreichs Fußball-Bundesliga zu bieten hat. Dennoch haben die jüngsten Erfolge der "Bullen" auch dem Hütteldorfer Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel Respekt abgerungen, wie er gegenüber der APA bestätigte: "Man kann nur den Hut davor ziehen, was Salzburg in dieser Saison geleistet hat."

So manchem grün-weißen Anhänger kämen derartige Aussagen wohl schwieriger über die Lippen. "Bei Fans sind andere Emotionen dabei, die will ich auch gar nicht weghaben. Doch auf Funktionärsebene sollten wir alle das gleiche Interesse haben, nämlich dem österreichischen Fußball weiterzuhelfen."

Trotz der Unstimmigkeiten über eine Aussage von Rapid-Präsident Michael Krammer über die Vertragsverlängerung von Smail Prevljak in Salzburg oder eines hämischen Tweets der "Bullen" über Rapid nach der Fixierung des Meistertitels - das Verhältnis zu den Mozartstädtern sei korrekt, betonte Bickel. "Ich habe keine große Verbundenheit zu Salzburg. Aber alles spielt sich alles auf einer professionellen Ebene ab."

Bickel: "Rivalität gehört dazu"

Von öffentlichem "Red-Bull-Bashing" hält Bickel wenig. "Rivalität gehört dazu und soll durchaus gelebt werden. Ich kann mich aber nicht verbiegen und sagen, die Salzburger hatten zuletzt nur Glück oder viel Geld. Sie haben das gut gemacht, dazu stehe ich."

Der Einzug ins Europa-League-Halbfinale und der vorzeitig fixierte fünfte Meistertitel in Serie ist für Bickel die logische Folge eines gut durchdachten und konsequent umgesetzten Plans. "Das ist langjährige Aufbauarbeit, da steht ein Konzept dahinter, und davon sind die anderen Klubs in Österreich weit weg. Das wird man auch nicht in ein, zwei Monaten wettmachen", erklärte Bickel.

Salzburg profitiert unter anderem von einem gut vernetzten Scouting-Netzwerk und einem vom Nachwuchs bis zu den Profis durchgängigen Spielsystem, in dem unter anderem großer Wert auf Pressing gelegt wird. Auch bei Rapid wurde vor Jahren unter dem 2016 gefeuerten Coach Zoran Barisic eine Spielphilosophie, basierend auf Ballbesitz und geordnetem Spielaufbau, definiert.

Keine Systemfestlegung

Allzu sehr auf ein System festlegen will sich Bickel allerdings nicht. "Ich halte das Festschreiben zum Beispiel eines 4-4-2 nicht für sinnvoll. Aber es ist wichtig, dass man eine gewisse Richtlinie hat, und Rapid wird immer eine eher dominante Mannschaft sein."

Damit sich - wie bei Salzburg - Youngsters im Profi-Team auf Anhieb zurecht finden, ist laut Bickel eine durchgängige Spielphilosophie nicht unbedingt nötig. "Wöber und Ljubicic sind auch raufgekommen, und ich hatte das Gefühl, dass sie schon länger da sind."

Entscheidend sei, in der Akademie viele Talente herauszubringen und sie dann in der Kampfmannschaft mit gestandenen Klassespielern zu einer schlagkräftige Einheit zu formen. "Deshalb müssen wir unseren Nachwuchs stark machen und dort nicht sparen, sondern investieren", meinte Bickel.

Mit dieser Vorgehensweise habe man durchaus Chancen, die "Bullen" einmal vom Thron zu stürzen. "Auch wenn die Salzburger ganz andere finanzielle Mittel haben als wir: Wir müssen bereit sein zu erben, wenn sie einmal keine so gute Saison erwischen."

(APA)