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Der Innenminister und "sein Ponyhof": Kickls Reiterpolizei in der Kritik

Herbert Kickl bei einem Besuch der Pferdestaffel in Bayern.
Herbert Kickl bei einem Besuch der Pferdestaffel in Bayern.APA/Barbara Grindl
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In einem Brief an Polizisten soll der Innenminister geschrieben haben, dass die Spanische Hofreitschule eine Berittene Polizei befürworte. Diese will davon nichts wissen.

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) möchte demnächst mit einer berittenen Polizei auf Verbrecherjagd gehen - und erntet dafür einiges an Kritik. Nachdem die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" wiederholt beanstandete, dass Polizeipferde "absolut nicht mehr zeitgemäß" seien, gibt es nun angeblich auch kritische Töne von der Spanischen Hofreitschule. Der Grund für letzteres ist laut einem "Kurier"-Bericht ein E-Mail von Kickl an die österreichischen Polizisten. Darin soll der Ressortchef den "Einsatz von Polizeipferden" gelobt und hinzugefügt haben, dass "Vertreter (...) der Spanischen Hofreitschule" das Projekt unterstützen würden.

In der Spanischen Hofreitschule reagierte man darauf empört. "Wir wissen davon gar nichts. Frau (Generaldirektorin Elisabeth, Anm.) Gürtler lehnt die Berittene Polizei auch ab", wird Andrea Kerssenbrock von der Hofreitschule in dem Bericht zitiert. Überhaupt: Man wisse von dem Brief nichts. Zudem habe der Einsatz von Polizeipferden in Wien nichts mit den Lipizzanern der Spanischen Hofreitschule zu tun.

Im Innenministerium hieß es dazu gegenüber dem "Kurier", dass der Leiter des Lipizzanergestüts in der sechsköpfigen Beratungsgruppe des Ressorts sitzt und dass er die Berittene Polizei befürworten würde. Bald darauf sei dies korrigiert worden. Demnach habe es sich um einen "Vertreter der Veterinärmedizinischen Universität Wien" gehandelt, der zufällig Gestütsleiter in Piber bei den Lipizzanern sei.

Neos-Sicherheitssprecherin Stefanie Krisper nahm den Bericht jedenfalls zum Anlass für Kritik: "Der Innenminister sucht verzweifelt nach einer Rechtfertigung für seinen Ponyhof. Damit scheitert er zurecht. Die Reiterstaffel braucht und will niemand", wird sie zitiert.

>>> Bericht im "Kurier"

(Red.)